Geiselnahme in Pakistan: Taliban lassen entführte Schweizer frei

Acht Monate schwebten sie in Lebensgefahr, jetzt ist das Schweizer Ehepaar in Sicherheit: Die Taliban haben zwei Touristen, die sie im Juli 2011 in Pakistan entführt hatten, nach Militärangaben freigelassen. Die Schweizer Botschaft in Islamabad wollte die Freilassung zunächst nicht bestätigen.

Islamabad - Mehr als acht Monate waren sie in der Gewalt der Geiselnehmer: Am Donnerstag haben die Taliban in Pakistan zwei Schweizer Touristen freigelassen, die sie im Juli 2011 entführt hatten. Sie hatten die beiden Urlauber in der Provinz Belutschistan überfallen und anschließend in das Stammesgebiet Waziristan verschleppt.

"Sie sind freigelassen worden", erklärte am Donnerstag ein Vertreter des pakistanischen Militärs. Die Entführer hätten die beiden Europäer an einem Militärcheckpoint in Nord-Waziristan an die Armee übergeben. Von dort sei das Ehepaar in die Stadt Peschawar geflogen worden. Die beiden seien "sicher und gesund".

Die Touristen - ein 31-jähriger Mann aus Bern und seine 28-jährige Ehefrau - waren im Sommer vergangenen Jahres mit ihrem Reisebus im Grenzgebiet zwischen Pakistan, Iran und Afghanistan unterwegs, als sie von Bewaffneten gekidnappt wurden. Die Provinz Belutschistan gilt als besonders gefährlich, das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheit warnt - ebenso wie das Auswärtige Amt in Berlin - vor Reisen in die Region.

Nach der Verschleppung der beiden Schweizer verlangten die Taliban Lösegeld und die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen. Ob diese Forderungen erfüllt wurden, blieb bislang unklar. Die Taliban und die Schweizer Botschaft in Islamabad wollten die Freilassung bisher nicht bestätigen.

Noch immer sind in Pakistan ein deutscher, ein italienischer und ein amerikanischer Entwicklungshelfer verschleppt. Der Deutsche und der Italiener waren im Januar entführt worden. Die Taliban teilten im vergangenen Monat mit, die Europäer befänden sich inzwischen in ihrer Gewalt. Im August vergangenen Jahres war ein US-Entwicklungshelfer in der ostpakistanischen Metropole Lahore Opfer einer Entführung geworden. Das Terrornetzwerk al-Qaida teilte danach mit, der US-Bürger befinde sich in ihrer Gewalt.

syd/Reuters/dpa/AFP

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  • Donnerstag, 15.03.2012 – 08:22 Uhr
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Fakten über Pakistan
REUTERS
Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .

SPIEGEL ONLINE

Fläche: 796.000 km²

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Asif Ali Zardari

Regierungschef: Mir Hazar Khan Khoso (interimistisch)

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