Anschlag auf Richter Taliban töten neun Menschen in Pakistan

Erneuter Rückschlag für Pakistans Kampf gegen die Gewalt: Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche haben die Taliban tödliche Anschläge verübt. Erstmals traf es einen hochrangigen Angehörigen der Justiz.

In Pakistans Hafenstadt Karatschi: Taliban haben einen Anschlag gegen einen hohen Richter verübt
DPA

In Pakistans Hafenstadt Karatschi: Taliban haben einen Anschlag gegen einen hohen Richter verübt


Karatschi/Hamburg - Bei einem Anschlag auf einen hochrangigen Richter in der pakistanischen Hafenstadt Karatschi sind am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet worden. Der Richter Maqbool Baqir vom Hohen Gericht der südlichen Provinz Sindh sei bei dem Angriff schwer verletzt worden, sagte der Informationsminister von Sindh, Sharjeel Memon.

Bei den Toten handele es sich um acht Leibwächter des Richters und einen Passanten. Mehr als ein Dutzend Menschen seien verletzt worden, als ein Sprengsatz neben dem Konvoi des Richters detonierte. Den Angaben zufolge war der Sprengsatz an einem Motorrad befestigt und wurde per Fernsteuerung gezündet. Baqir arbeite an speziellen Anti-Terror-Gerichten.

Die pakistanischen Taliban (TTP) bekannten sich zu dem Anschlag auf den Richter. "Er hat viele unislamische Entscheidungen gegen unsere Männer gefällt", sagte TTP-Sprecher Ehsanullah Ehsan. Der Anschlag sei mit einem ferngezündeten Sprengsatz verübt worden. Bislang hat die TTP zwar Angehörige der Regierung und der Sicherheitskräfte, aber keine hochrangigen Angehörigen der Justiz direkt angegriffen.

Karatschi ist das Wirtschaftszentrum des Landes und mit 18 Millionen Einwohnern Pakistans größte Stadt. Doch die Hafenstadt kämpft seit Jahren mit einer hohen Kriminalität sowie mit politischer, ethnischer und konfessioneller Gewalt. Vergangenes Jahr wurden dort im Konflikt zwischen rivalisierenden Parteien und Ethnien rund 2000 Menschen getötet.

Erst zu Beginn der Woche hat auf der anderen Seite Pakistans eine Gruppe pakistanischer Extremisten die Verantwortung für die Ermordung von ausländischen Touristen am Nanga Parbat übernommen. Der Anschlag war offenbar ein Racheakt für die Tötung eines Taliban-Führers.

stb/dpa/AFP/AP

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