Trauerzug für drei Palästinenser Tausende protestieren im Westjordanland

Die Wut in den Palästinensergebieten wächst: Tausende haben einen in israelischer Haft gestorbenen Palästinenser und zwei erschossene Jugendliche zu Grabe getragen. Demonstranten warfen Steine. Vor der neuen Vermittlungsmission von US-Außenminister Kerry eskaliert die Gewalt.

Trauerzug im Westjordanland: Spannungen im Nahen Osten
AFP

Trauerzug im Westjordanland: Spannungen im Nahen Osten


Hebron - Mehrere Tausend Menschen haben im Westjordanland an den Beerdigungen dreier Palästinenser teilgenommen. Dabei handelt es sich um zwei 17-Jährige, die in der Nähe von Tulkarem von israelischen Soldaten erschossen wurden. Sie hatten gegen die Tod des Ex-Generalmajors der Palästinenserpolizei, Abu Hamdijeh, protestiert. Er war wegen Terrorismus 2002 zu lebenslanger Haft verurteilt worden und am Dienstag in einem israelischen Gefängnis an Krebs gestorben.

Am Rande der Beisetzungen kam es am Donnerstag zu neuen Unruhen, bei denen Demonstranten israelische Soldaten mit Steinen bewarfen. Das Militär habe mit Tränengas und gummiummantelten Stahlgeschossen geantwortet. Dabei gab es nach palästinensischen Angaben mehrere Leichtverletzte.

Kurz vor der neuen Vermittlungsmission von US-Außenminister John Kerry spitzt sich damit die Lage im Nahen Osten wieder zu. Am Donnerstag schlug im Süden Israels erneut ein aus dem Gaza-Streifen abgefeuertes Projektil ein. Es landete in einem Feld im Bezirk Eschkol. Es habe weder Opfer noch Schäden gegeben, sagte der Armee-Sprecher.

Kerry reist nach Angaben des US-Außenministeriums am Wochenende zunächst in die Türkei. Er will zu Wochenbeginn dann in Israel und im Westjordanland Gespräche führen.

In der Nacht zu Mittwoch hatte Israel erstmals seit dem blutigen Schlagabtausch im November wieder den Gaza-Streifen bombardiert. Zuvor hatten militante Palästinenser mehrmals Raketen und Granaten auf Israel abgefeuert. Nach unbestätigten Informationen aus dem Gaza-Streifen ließ die dort herrschende radikal-islamische Hamas mehrere Mitglieder einer Salafistengruppe festnehmen, die sich zu den Angriffen auf Israel bekannt hatte.

heb/dpa/AFP

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