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Tea-Party-Bewegung in den USA Die Anti-Obama-Partei

3. Teil: Programm? Fehlanzeige. Die Aktivisten wissen nur, was sie nicht wollen

"Wir sind seine Fußsoldaten", lacht Eileen Blackmer kehlig. Vorletzte Woche hat sie für Rubio einen Auftritt vor 2500 Leuten organisiert, in einem Trucker-Laden in Clearwater, wo US-Fahnen an die Wand gepinselt sind. Die 48-Jährige hat lange rote Haare und Unterarme mit tiefen Narben. Über ihren mächtigen Leib wölbt sich ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Revolutionary Watchdog", Wachhund der Revolution. Ihr Sohn muss jetzt selbst kochen lernen, so viele Stunden arbeitet sie für die Bewegung. Sie hat eine Mission.

"Unsere Enkelkinder sollen nicht noch dafür bezahlen müssen, dass dieser Präsident das Gesundheitssystem sozialistisch machen will", sagt sie. Blackmer arbeitet als Beraterin für Krankenhäuser, "das amerikanische Gesundheitssystem ist das beste der Welt", behauptet sie. Auch die 46 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherungen erhielten doch irgendwie alle Leistungen, "was brauchen wir da Reformen"? Immer am Samstag organisiert sie eine Beerdigungswallfahrt gegen Obamas Gesundheitspläne, Auto an Auto, obendrauf ein Sarg montiert. Sie fahren im Schritttempo, auf ihren Schildern steht, dass staatliche Gesundheit den Tod bringe. Die Politiker müssen hinschauen, sagt Blackmer. "Denn wir werden nicht verschwinden."

Die Republikaner versuchen, die Radikalen zu umgarnen

Die Republikaner wissen nicht recht, ob sie sich darüber freuen sollen. Die Partei sieht die Tea-Party-Aktivisten als wichtige Helfer für die Kongresswahlen im November, wo die Republikaner auf große Gewinne hoffen. Doch die Protestler lassen sich nicht leicht umgarnen. Ihr Zorn begann nicht mit Obamas Wahl, auch die Haushaltsdefizite von seinem Vorgänger George W. Bush erzürnten sie. Sie kontrollieren genau, wer sich mit ihnen schmücken darf. "Die Politiker sollen uns zuhören, nicht umgekehrt", sagt Gaitens. "Wer nicht auf uns hört, wird gefeuert."

Aber das Buhlen setzt bereits ein. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, zum Wohle unseres gesegneten Landes", appelliert Sarah Palin, die auf eine Präsidentschaftskandidatur mit Hilfe der Aktivisten hofft. "Ich bin ein Tea-Party-Guy", sagt Republikaner-Parteichef Michael Steele.

Doch das normale Volk schaut dem Treiben der Rechten irritiert zu. "Die extremen Ränder könnten die Republikaner zerstören", warnt Kolumnist Brooks. Tea-Party-Protestler kommen zu Demos mit Waffen, sie halten Schilder hoch, die Obama neben Hitler zeigen. Laut Umfragen glaubt jeder vierte Anhänger der Bewegung, der Präsident sei kein US-Bürger. 39 Prozent wollen ihn des Amtes entheben, 63 Prozent nennen ihn einen Sozialisten.

Solcher Hass könnte der republikanischen Strategie zuwiderlaufen, Obamas Politik anzugreifen, aber nicht den Präsidenten selbst. Die Demokraten zirkulieren Memos, wie sie ihre republikanischen Rivalen zu Extremisten abstempeln könnten - etwa in dem sie vor laufender Kamera fragen, ob diese den Präsidenten wirklich für einen Sozialisten halten.

Außerdem ist die Bewegung bereits heillos zerstritten und hat keine klare Führung. Die Bewegung definiert sich vor allem darüber, wogegen sie ist. Selbst die Convention in Nashville zerfasert, weil der Organisator mit teuren Tickets Reibach machen möchte. Viele Aktivisten sagten aus Empörung ab.

Das Motto: weniger Staat, weniger Steuern, mehr Freiheit

Dennoch könnte die Bewegung US-Konservativismus verändern. Etwa wenn sie so stark werden, dass sie die Kandidatenauswahl mitbestimmen - ähnlich wie die religiöse Rechte in den Bush-Jahren. Konservative Republikaner schlagen schon vor, künftig sollten Bewerber für Parteiämter eine Art Reinheitstest ablegen, in dem sie sich auf Prinzipien der Tea-Party-Bewegung verpflichten: weniger Staat, weniger Steuern, mehr Freiheit.

Tom Gaitens hat mit Freundin Stacy eine Beratungsagentur gegründet, sie soll Kandidaten vorbereiten. Er kümmert sich um die Strategie, Stacy um das Aussehen. Gaitens schwebt wohl selbst eine Karriere vor, "Gott hat mir ein paar Talente gegeben, die ich gerne für die Menschen einsetzen würde", sagt er. "Wir müssen die Republikanische Partei übernehmen." Als er für Fotografen auf dem Parkplatz hinter dem Schnellrestaurant in Brandon posiert, rückt Imageberaterin Stacy ihm die Krawatte zurecht, "ein Kongressabgeordneter muss ordentlich aussehen", sagt sie.

Noch allerdings sitzt ihr Bekannter nicht auf dem Capitol Hill, sondern in seinem Vorstadtbüro.

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insgesamt 2125 Beiträge
Landegaard 20.01.2010
Über die Erfüllung von Hoffnungen und Wünschen muss nicht geredet werden, auf diesem Feld hat er gar nichts erreicht. War vielleicht nicht zu erwarten, aber er hat extreme Erwartungen geweckt und ist auf einer [...]
Zitat von sysopVor einem Jahr trat Barack Obama als neuer Präsident der USA an. Viele Hoffnungen und Wünsche knüpften sich an seine Regierung. Wie hat Barack Obama diese Erwartungen erfüllt? Wie sehen Sie das erste Jahr seiner Amtszeit?
Über die Erfüllung von Hoffnungen und Wünschen muss nicht geredet werden, auf diesem Feld hat er gar nichts erreicht. War vielleicht nicht zu erwarten, aber er hat extreme Erwartungen geweckt und ist auf einer BEgeisterungswoge ins WH getragen worden, die er nicht nutzen konnte. Er hat eine fabelhafte Rede in Kairo gehalten und eine nötige und klare Ansage Richtung Israel gemacht. Die Adressaten jedoch waren keine seiner begeisterten Wähler. Nach diesen Reden, die noch nichts bewegten, ist nichts mehr gekommen. Seine Healthcare-Reform steckt im Morast der politischen Zerfleischung fest, indem es ihm nicht gelingt, seinen Wählern deutlich zu vermitteln, wo der Masterplan und Gewinn der Reform liegt, sondern sieht zu, wie die destruktiven Parolen seiner Gegner Wirkung entfalten. Für mich die erstaunlichste Entwicklung. Ich glaube nicht, dass diese Nacht die Präsidentschaft Obamas endete, es ist allerdings die deutliche Quittung für ein verpfuschtes Jahr, die er sich auch redlich verdient hat. 2010 muss ihm einiges mehr gelingen als 2009, wobei man sich fragen kann, wie das funktionieren soll, wenn ihm 2009, wo er über in den USA selten verfügbaren, extremen Rückenwind verfügte und mit gegnern zu tun hatten, die eher noch mit der Organisation des Generationswechsels beschäftigt war
Querkopf58 20.01.2010
Sicherlich gibt es hier noch viele offene Fragen und Probleme. Ist aber der mächtigste Mann der Welt nicht auch in ein System von Beamten, Lobbyisten, "Falken" und "Tauben", "Ewig-Gestrigen" und [...]
Sicherlich gibt es hier noch viele offene Fragen und Probleme. Ist aber der mächtigste Mann der Welt nicht auch in ein System von Beamten, Lobbyisten, "Falken" und "Tauben", "Ewig-Gestrigen" und Visionären eingebunden? Wichtig ist doch wohl, daß hier jemand nach der katastrophalen Bush-Ära ein neues Klima in die Welt bebracht hat, Hoffnung und Zuversicht. Dieser charismatische Mann hat jetzt doch schon mehr positives, wenn auch nicht immer greifbares, bewirkt, als der Bush in weiteren 20 Jahren hätte mit seinen Einstellungen und seinem Intellekt erreichen können. Eine solche Persönlichkeit ist in Deutschland zur Zeit nicht in Sicht. Dieses Gemurkse und Geschiebe. Hier geht es nur um Ämter und Einfluß, um banale Gruppeninteressen. Der Parteienwust ist mindestens so wie bei uns zu Ostzeiten, die Kanzlerin hat eine Ausstrahlung wie ein Straßenbaum, wobei der wenigstens gut für das Klima ist. Etwas Hoffnung macht da Herr zu Guttenberg, auch wenn er parteipolitisch nicht unbedingt meinen Intentionen entspricht, er scheint aber Charakter zu haben und könnte vielleicht was bewegen. Würde man ihn lassen?
Bernd Dahlenburg 20.01.2010
Überhaupt nicht gut getroffen, lieber virtuleller SPIEGEL: Einem Nobody wurde ein Friedensnobelpreis verliehen, der ihn nicht verdient hatte, und ein Appeeaser, der gegenüber dem Iran jetzt dasteht wie der letzte Depp. Sorry [...]
Zitat von sysopVor einem Jahr trat Barack Obama als neuer Präsident der USA an. Viele Hoffnungen und Wünsche knüpften sich an seine Regierung. Wie hat Barack Obama diese Erwartungen erfüllt? Wie sehen Sie das erste Jahr seiner Amtszeit?
Überhaupt nicht gut getroffen, lieber virtuleller SPIEGEL: Einem Nobody wurde ein Friedensnobelpreis verliehen, der ihn nicht verdient hatte, und ein Appeeaser, der gegenüber dem Iran jetzt dasteht wie der letzte Depp. Sorry Obama: Let the matter rest!
ohmscher 20.01.2010
Nach dem hundertsten so gesehenen Foto würde mich einmal interessieren, ob Obama oder seine PR-Strategen Anweisungen gegeben haben, sein Gesicht immer nur leicht von unten zu fotografieren, so dass der Betrachter zu ihm aufsieht.
Nach dem hundertsten so gesehenen Foto würde mich einmal interessieren, ob Obama oder seine PR-Strategen Anweisungen gegeben haben, sein Gesicht immer nur leicht von unten zu fotografieren, so dass der Betrachter zu ihm aufsieht.
nahal 20.01.2010
Get schlecht. Er ist noch, bis 2012, Präsident.
Zitat von Bernd DahlenburgSorry Obama: Let the matter rest!
Get schlecht. Er ist noch, bis 2012, Präsident.
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Was beinhaltet die State of the Union Address ?
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Der Präsident frühzeitig gefeuert - geht das?
Was bedeutet Impeachment ?
Obamas erstes Jahr - Das sagen die Kommentatoren
"Washington Post" "Der Erfolg der Konservativen sollte Liberale und die Obama-Regierung beunruhigen. Der Präsident hätte die wirtschaftliche Katastrophe viel früher zur Chefsache erklären müssen. Die meisten Amerikaner verstehen, dass diese Probleme begonnen haben, bevor er ins Weiße Haus eingezogen ist. Aber viele von ihnen, vor allem Wechselwähler, sind wütend, dass die Regierung so viel Geld ausgeben musste - und dass die Erfolge nicht so schnell eintreten wie erhofft."

"The Daily Beast" "Obama hat den Charakter des Landes völlig falsch eingeschätzt. Es gibt das Sprichwort: Es geht um die Wirtschaft, Dummkopf. Das hat er nicht verstanden. Er war entschlossen, eine ganz neue Agenda zu verabschieden - um das wichtigste Anliegen hat er sich nicht gekümmert. Die Gesundheitsreform wird ein Haushaltsdesaster für das Land. Der Großteil der Amerikaner wollte die steigenden Kosten angehen, nicht mehr Versicherungsschutz bieten. Das wird die Kosten dramatisch erhöhen. (...) Obamas Fähigkeit, mit Wählern zu kommunizieren, hat ihn erst groß gemacht. Am meisten hat mich überrascht, dass er diese Fähigkeit verloren hat. Er tritt viel zu oft auf - und jetzt hören ihm die Leute nicht mehr zu."

"New York Observer" "Es ist nicht die Zeit für Totsagungen. (...) Zu viele Amerikaner glauben, dass er wenig erreicht hat und ihr Vertrauen verloren hat. Sie täuschen sich aber - genauso, wie sich diejenigen getäuscht haben, die Bill Clintons Präsidentschaft zur Hälfte seiner ersten Amtszeit schon abschrieben. Mit Blick auf seine Gesetzgebungsarbeit ist Barack Obama ein sehr effektiver Präsident. Das betont unparteiische Fachblatt 'Congressional Quarterly' beurteilt ihn als den effektivsten Präsidenten der vergangenen fünf Jahrzehnte."





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