Tea-Party-Movement Tausende demonstrieren gegen Präsident Obama

"Der amerikanische Traum stirbt": Mit drastischen Slogans haben in mehreren amerikanischen Städten Tausende Anhänger der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung gegen US-Präsident Obama demonstriert. Sie fordern Obamas Absetzung.

Tea-Pary-Anhänger in Washington: "Impeach Obama"
AFP

Tea-Pary-Anhänger in Washington: "Impeach Obama"


Sacramento - Sie sind gegen die US-Gesundheitsreform, gegen staatliche Anreize für die Wirtschaft - und gegen die US-Regierung als solches: Gut sieben Wochen vor den Kongresswahlen in den USA hat die konservative Rechte mit Massenkundgebungen in mehreren Städten ihrem Unmut über Präsident Barack Obama Luft gemacht.

4000 Mitglieder der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung kamen am Sonntag in Sacramento zusammen. Mehrere tausend Demonstranten marschierten in Washington vom Monument zum Kapitol. Sie warfen Präsident Obama sozialistische Wirtschaftspolitik vor. Auf einem Banner setzten die Demonstranten Marx, Lenin und Trotzky mit dem US-Präsidenten gleich.

Den Veranstaltern zufolge sollte mit den Kundgebungen in Sacramento, Washington und St. Louis ein Gefühl der Einheit heraufbeschworen werden. Die USA hätten den Respekt der Welt verloren und seien pleite, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Mike Pence bei der Demonstration in Washington. "Der amerikanische Traum stirbt und unser soziales und kulturelles Gefüge zerfällt."

"Wir sind die ganz normale durchschnittliche Familie, die zur Kirche geht, die die Mehrheit des Volkes repräsentiert und wir sind bereit die Regierung abzusetzen", sagte ein Teilnehmer in Kalifornien.

Die Tea-Party-Bewegung hat angesichts einer Arbeitslosenquote von knapp zehn Prozent und dem größten Abschwung seit der Großen Depression in den dreißiger Jahren derzeit gute Aussichten, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erobern.

anr/DAPD



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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EdenIsLost, 13.09.2010
1. Bis zum nächsten "Heiland"...
...die Amis können wählen wen sie wollen. Die Lobby bleibt unter sich, ob schwarz, weiß, männlich oder weiblich. In den USA und bald auch Europa regiert nur noch der Geldadel. Es ist so traurig. Wir unterliegen einer Illusion von Macht. In Wirklichkeit sind wir ohnmächtig.
underdog, 13.09.2010
2. ...
Liebe rechtsreligiös-erzkonservative Realitätsverweigerer-Dumpfbacken, das habt Ihr in erster Linie EUREM Ex-Präsidenten zu verdanken, der unter anderem zwei völlig irrsinnige Kriege begonnen hat. Lasst mal schön die Kirche im Dorf.
makutsov 13.09.2010
3. richtig
"Der Amerikanische Traum stirbt und unser soziales und kulturelles Gefüge zerfällt." Tja, nur wird sich das sicher nicht durch die Ideen der Teebeutel ändern.
Ahnungslos, 13.09.2010
4. ...
Die Welt hat wegen Obama den Respekt vor den USA verloren und sie sind pleite? Oh mann, vielleicht hätte jemand mal den Teabaggern sagen sollen das die USA seit dem Beginn des Irak-Krieges jeglichen Respekt in der Welt verloren hatte und das die USA schon lange pleite ist und nur noch auf Pump lebt. Allenfalls das Obama wohl nur business as usual weiterführt und nichts an den Problemen wirksam ändert ist enttäuschend (obwohl das zumindest im Vergleich zu Bush ein Fortschritt ist, wenn schon keine Verbesserungen erreicht werden wird wenigstens nicht mehr aktiv daran gearbeitet alles noch schlimmer zu machen).
nordschaf 13.09.2010
5. Wären da nicht...
.. Millionen Amerikaner bislang ohne Krankenversicherung (davon entsprechend viele Kinder - man hofft, dies ändert sich durch Obama)und Millionen Langzeitarbeitslose, die in die Obdachlosigkeit fallen (ebenfalls ganze Familien), dann könnte man ja einfach sagen: "Selbst Schuld, Spacken!". Aber die Opfer, die nichts dafür können, verderben einem irgendwie den Spass am blöde-konservative-Amis-bashen.
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