Seltsames Waffenvideo US-Republikaner Cruz brät Speck mit Sturmgewehr

Als erzkonservativer Nischenkandidat will Ted Cruz die Herzen der US-Republikaner erobern, dafür wählt er bemerkenswerte Methoden: In einem Video wirbt er für das Recht auf Waffenbesitz - mithilfe von Frühstücksspeck.

Screenshot aus Ted Cruz' jüngstem Werbespot: Dank Bacon ins Weiße Haus?
YouTube/ IJReview

Screenshot aus Ted Cruz' jüngstem Werbespot: Dank Bacon ins Weiße Haus?


Es gibt wohl nur wenige Dinge, die in den USA beliebter und verbreiteter sind als Waffen und Bacon. Warum also nicht beides in einem Wahlwerbespot miteinander verbinden? Das jedenfalls dachte offenbar Ted Cruz - der Mann, der sich als erster Republikaner in Position brachte für das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei: Der 44-Jährige kaufte Frühstücksspeck und fuhr mit einem Videoteam zu einem Schießstand. Das Ergebnis ist - interessant.

Denn Cruz wickelte die in den Vereinigten Staaten so beliebten Schweinefleisch-Streifen liebevoll um den Lauf eines Sturmgewehrs und ummantelte die merkwürdige Konstruktion mit Alufolie. Er arrangiere einfach so gerne für seine Familie am Wochenende das Frühstück, sagt er in dem Clip grinsend in die Kamera: "Aber in Texas bereiten wir Bacon natürlich ein bisschen anders zu als es andere Leute tun."

Dann zeigt Cruz, was er damit meint.

Mit Schutzbrille und Ohrstöpseln ausgestattet geht er mit seiner mit Fleisch umwickelten Waffe an den Schießstand und feuert immer wieder auf die Zielscheibe - so lange, bis vom Gewehrlauf das Fett auf den Boden tropft.

Der grinsende Cruz entfernt daraufhin die Alufolie, wickelt mit einer Plastikgabel genüsslich den Speck von der Waffe und beißt schließlich beherzt hinein. Zum Schluss des rund einminütigen Clips sagt Cruz nur noch: "Hmmm, Maschinengewehr-Bacon" - und bricht in schallendes Gelächter aus.

Das Video ist mindestens merkwürdig, in den Augen vieler Amerikaner sicher auch peinlich - aber ganz bestimmt nicht überraschend: Cruz umgibt sich gern mit Menschen, die von Klimawandel, Homosexualität und Diplomatie eher wenig halten. Mit eisern konservativem Profil will der 44-Jährige erst die US-Republikaner hinter sich versammeln - und dann Barack Obama als Präsident ablösen.

Die Bewerber um die US-Präsidentschaft im Video-Überblick:


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung war von einem Maschinengewehr die Rede, auch weil Ted Cruz in seinem Video von "Machine-gun-bacon" spricht. Es handelt sich bei der verwendeten Waffe aber um ein Sturmgewehr. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

mxw



insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
vantast64 04.08.2015
1. Ein vortrefflicher Präsidentschaftskandidat,
der wohl dem Querschnitt der Bevölkerung entspricht, mit seiner Liebe zu Waffen und einfachen Gedanken, wie GW.Bush, den man bisher noch nicht wegen Kriegsverbrechen belangen konnte. Seine Waffenliebe brachte der Industrie einen wahren Goldregen und dem Nahen Osten ein Desaster..
newline 04.08.2015
2. Dann lieber mit Tim Allen
Lachs aus der Spülmaschine.
Atheist_Crusader 04.08.2015
3.
Das ist ein Sturmgewehr, kein Maschinengewehr. Meine Güte, lernt mal den Unterschied. Aber interessant, dass er mit seinem pro-Waffenrechts-Video eigentlich eine der dunkelsten Seiten der Waffenkultur aufzeigt: Waffen werden nicht als Waffen wahrgenommen, sondern als Universalwerkzeug für jeden Unfug. Das ist auch Waffenliebhabern mit Verstand ein Dorn im Auge.
Celestine 04.08.2015
4.
Ich sah das Video auf CNN, fand es total ekelig und pervers. Wundert es noch, dass Mr. Cruz ein großer Fan von Donald Trump ist? Durchgeknallter geht nicht. Apropos Trump! Er hat schon eine Weggefährtin für sein Kabinett in spe auserkoren: Sarah Palin! Da haben sich zwei gesucht und gefunden, und die gegenseitige Sympathie soll riesig groß sein ….
Celestine 04.08.2015
5.
Seit 19/11 sind in den USA 74 Menschen durch Terrorismus getötet worden, 150.000 (!) durch Waffengewalt. Am laufenden Band werden in den USA Menschen erschossen. Es ist für Europäer absolut unvorstellbar: Die Meldungen sind keine Seltenheit, sondern Normalität, und man kann an der Reaktion der TV Moderatoren/innen erkennen, dass sie von den Nachrichten kaum berührt sind, außer in den tragischsten Fällen. Das sind barbarische Zustände, das ist die Wahrheit. Präsident Obama neulich im TV: Er bedaure es sehr, dass er es nicht geschafft hat, die Waffengesetzte zu verschärfen. Tja, damit hätte der Nobel-Preisträger u.U. Tausende Menschenleben retten und ganz konkret etwas für den Frieden in seinem eigenen Land tun können. War es wirklich un-möglich für ihn, ein neues Gesetz zu beschließen? Politiker wie Ted Cruz sind für den überall lauernden grausamen Tod verantwortlich, u.a. von Tau-senden Kindern und Jugendlichen jedes Jahr …
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.