Anschläge in Iran Trump verknüpft Beileid für Teheran mit Kritik

Aus aller Welt kamen Beileidsbekundungen nach den Doppelanschlägen auf die iranische Hauptstadt Teheran. US-Präsident Trump konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Polizisten vor dem Parlament in Teheran
DPA

Polizisten vor dem Parlament in Teheran


US-Präsident Donald Trump hat die Terroranschläge von Teheran verurteilt, sie aber mit einem indirekten Vorwurf an die Adresse Irans verknüpft. In anderen Teilen der Welt waren die Reaktionen moderater.

"Wir trauern um die unschuldigen Opfer der Terrorattacken, wir beten für sie und für das iranische Volk, das durch solch herausfordernde Zeiten geht", teilte Trump laut Weißem Haus mit. "Wir unterstreichen, dass Staaten, die Terrorismus unterstützen, Gefahr laufen, dem Bösen zum Opfer fallen, das sie fördern", hieß es weiter. Unter Trump haben die USA den Kurs gegenüber Iran deutlich verschärft. Trump hat das Land wiederholt als eine Art Erzfeind der USA dargestellt.

Am Mittwoch erschütterten zwei Terroranschläge die iranische Hauptstadt. Im Parlament schossen Männer um sich, außerdem soll sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt haben. Am Mausoleum von Revolutionsführer Ajatollah Khomeini kam es ebenfalls zu Schüssen und einem Selbstmordattentat. Bei den Anschlägen starben mindestens zwölf Menschen, mehrere Dutzend wurden verletzt. Sechs der sieben Angreifer sollen tot sein, einer verhaftet. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamiert die Tat für sich.

Im Zuge der Ermittlungen seien laut dem Teheraner Polizeichef fünf Verdächtige festgenommen worden, berichtet die Nachrichtenagentur ISNA. Die Attentäter kämen aus Iran, sagte ein Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats in einem Fernsehinterview. Die iranischen Revolutionsgarden machten in einem Statement indirekt Saudi-Arabien für die Anschläge verantwortlich.

Der geistliche und politische Führer des Landes, Ajatollah Ali Khamenei, nutzte die Angriffe, um die Einmischung Irans in kriegerische Konflikte zu rechtfertigen. Wenn Iran sich nicht gewehrt hätte, hätte es noch mehr Probleme. Russlands Präsident Wladimir Putin bekundete sein Beileid und sicherte Hilfe zu. Das syrische Außenministerium verurteilte die Tat.

REUTERS/ Tasnim News Agency

Auch die Vereinten Nationen verurteilten die Anschläge scharf. Er hoffe, dass die Verantwortlichen für diese "nicht zu rechtfertigende Gewalt" rasch zur Rechenschaft gezogen würden, ließ Uno-Generalsekretär António Guterres mitteilen. "Alle Länder müssen zusammenarbeiten, um den Terrorismus zu bekämpfen, und gleichzeitig die universellen Rechte und Werte hochzuhalten, die die globale Gemeinschaft zusammenhalten." Die Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats teilten mit, dass sie die "barbarischen und feigen" Terrorakte scharf verurteilten.

brt/Reuters/dpa/AP

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