Kneipen in Tel Aviv Freibier gegen die Terrorangst

Bei einem Anschlag auf einer Partymeile von Tel Aviv wurden am Freitag zwei Menschen getötet, der Attentäter ist weiter flüchtig. Die Barbesitzer locken ihre Kunden nun mit Freibier: Es soll auch ein Zeichen gegen den Terror sein.

Bar im Zentrum von Tel Aviv: Happy Hour gegen den Terror
Kfir Sivan

Bar im Zentrum von Tel Aviv: Happy Hour gegen den Terror


Die Dizengoff-Straße in Tel Aviv ist ein beliebter Ort zum Ausgehen, Dutzende Bistros und Kneipen reihen sich aneinander. Doch seit einigen Tagen ist die Stimmung gedrückt, die Kundschaft bleibt weg.

Ein Attentäter hatte am Freitag in einer der Bars mit einer automatischen Waffe das Feuer eröffnet. Dabei wurden zwei Menschen getötet und sieben verletzt. Anschließend soll er laut israelischen Medienberichten auch noch einen Taxifahrer getötet haben, bevor sich seine Spur verlor.

Israelis sind daran gewöhnt, mit einer gewissen Bedrohung zu leben. Doch dieser Anschlag mitten im Ausgehviertel verunsichert viele - zumal der Attentäter weiterhin flüchtig ist. Rund 20 Barbesitzer in der Dizengoff-Straße haben daher eine gemeinsame Aktion gestartet: Für jedes verkaufte Bier gibt es bei ihnen nun ein weiteres kostenlos dazu.

Mit dem Angebot wollen sie die Menschen zurück in ihre Läden locken - und ein Zeichen gegen die Angst vor dem Terror setzen. Der Plan scheint aufzugehen. Nach zwei ruhigen Nächten füllen sich die Kneipen in Tel Avivs Zentrum langsam wieder.

Die Polizei fahndet intensiv nach einem 29-jährigen Araber mit israelischem Pass. Man gehe davon aus, dass der Verdächtige weiterhin bewaffnet sei, sagte ein Polizeisprecher. Als ein mögliches Szenario sei auch ein neuer Anschlag zu befürchten.

Seit Anfang Oktober erleben Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete eine neue Gewaltwelle. Mehr als 20 Israelis und mehr als 140 Palästinenser wurden seither getötet.

asc/dpa



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