Telefonat in Air Force One Trump fällt offenbar auf Scherzanruf von US-Komiker herein

Ein paar Anrufe, ein falscher Name - und schon hatte der Komiker John Melendez nach eigenen Angaben den US-Präsidenten an der Strippe. Im Weißen Haus sorgte der Vorfall Berichten zufolge für Unmut.

US-Komiker John Melendez
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US-Komiker John Melendez


US-Präsident Trump ist offenbar auf den Scherzanruf eines Komikers hereingefallen: John Melendez, bekannt aus der Howard-Stern-Show und dem Podcast "Stuttering John", hatte im Weißen Haus angerufen und sich zunächst als Assistent des US-Senators Bob Menendez ausgegeben. Das angebliche Anliegen: Der Senator des Bundesstaates New Jersey wolle mit Trump über drängende politische Fragen sprechen.

Melendez hinterließ demnach seine Telefonnummer im Weißen Haus, wurde nahezu ohne weitere Prüfung etwas später zurückgerufen - und mit dem US-Präsidenten in der Air Force One verbunden. Einen Mitschnitt des dreiminütigen Gesprächs veröffentlichte Melendez jetzt auf seinem Podcast "The Stuttering John Podcast".

"Sie haben eine harte, harte Zeit hinter sich, und ich glaube, es war nicht fair", sagt eine Stimme, bei der es sich offenbar um Trump handelt. Gegen den echten Senator Menendez war zuvor wegen Korruptionsverdachts ermittelt worden. Dann unterhalten sich die beiden Männer über verschiedene Themen von der Einwanderungspolitik bis hin zur Besetzung eines freiwerdenden Postens beim Obersten Gericht.

"So einfach ist es, sich in die Regierung einzumischen", sagte Melendez und zeigte sich in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN "fassungslos", wie leicht Trump sich habe täuschen lassen. Melendez selbst habe den "schlimmsten Long Island Akzent" und klinge überhaupt nicht wie der Senator Menendez aus New Jersey. Zudem habe er in seinen Shows bereits mehrfach mit Donald Trump gesprochen, der seine Stimme daher gut kennen und zuordnen können müsse.

Eine offizielle Stellungnahme vom Weißen Haus gibt es bislang nicht, Berichten zufolge sorgte der Vorfall aber für Unmut. CNN zitiert einen Mitarbeiter des Weißen Hauses mit den Worten: "Der Präsident möchte erreichbar sein für die Regierungsmitglieder. (...) Die Kehrseite davon ist, dass die Kanäle dadurch manchmal zu offen sind und Fehler wie diese passieren."

hei/AFP



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