Anschläge in Mumbai: Indische Sicherheitskräfte nehmen mutmaßlichen Drahtzieher fest

Er soll Anschlagsziele ausgespäht und den Attentätern Hindi beigebracht haben: In Indien haben Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen Hintermann der Terrorserie von Mumbai festgenommen. Der 30-jährige Inder soll von Saudi-Arabien ausgeliefert worden sein.

Terrorattacke auf Hotel "Taj Mahal": 170 Menschen starben 2008 bei den Angriffen Zur Großansicht
DPA

Terrorattacke auf Hotel "Taj Mahal": 170 Menschen starben 2008 bei den Angriffen

Neu Delhi - Den indischen Sicherheitskräften ist offenbar ein Schlag gegen die Attentäter der Terrorserie auf die Finanzmetropole Mumbai im Jahr 2008 gelungen - ein mutmaßlicher Hintermann wurde festgenommen. Der 30-jährige Inder namens Abu Hamza sei von Saudi-Arabien ausgeliefert worden und werde in Neu Delhi verhört, berichtete der Sender NDTV unter Berufung auf Sicherheitskreise. Er soll der aus Pakistan operierenden Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba angehören, die für die Anschläge verantwortlich gemacht wird.

Wie NDTV weiter berichtete, soll der mutmaßliche Hintermann die Angriffsziele ausgespäht und die aus Pakistan stammenden Angreifer in die Örtlichkeiten eingewiesen haben. Die Behörden gehen den Berichten zufolge außerdem davon aus, dass Hamza am Telefon von Pakistan aus mit den Angreifern telefonierte. Von den Gesprächen gibt es Ton-Aufnahmen mit einer bisher unidentifizierten Stimme. Der Festgenommene wird außerdem verdächtigt, den Attentätern die indische Amtssprache Hindi beigebracht zu haben.

Indiens Außenminister Krishna bestätigte am Montag die Festnahme eines Verdächtigen, nannte jedoch keine Einzelheiten. Daher blieb zunächst unklar, wann der Mann nach Indien gebracht wurde.

Bei den Terroranschlägen waren in Mumbai 2008 mehr als 170 Menschen ums Leben gekommen. Dem einzigen überlebenden Angreifer wird derzeit in Indien der Prozess gemacht. Die Anschläge haben auch das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Indien und Pakistan zusätzlich belastet. Die Regierung in Neu Delhi verdächtigt das Nachbarland noch immer, die Ermittlungen gegen die Hintermänner der Terrorserie zu verschleppen. Pakistan weist diesen Vorwurf zurück.

anr/dpa/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. optional
Bhagya 25.06.2012
Jetzt wird schnell ein Suendenbock praesentiert. Ein Menschenleben zaehlt in Indien nichts. Nur das eigene Leben zaehlt - Politiker sind gut geschuetzt, alle Bekentnisse zum Thema Mumbai 2008 sin Schall und Rauch.
2. Menschenleben
putinscousine 25.06.2012
Der schnelle Sündenbock ist es wohl nicht.Höchstens ein kleiner Teil der ganzen Wahrheit. Das ein Menschenleben in Indien häufig zu schnell vergeht,ist traurig aber wahr.
3. Hindi?
royceroyal 26.06.2012
Also das den Attentätern Hindi beigebracht wurde, wird wohl kaum stimmen.Die Attentäter kommen wohl alle aus Pakistan und können damit auch folglich alle Urdu. Wer Urdu spricht kann quasi auch Hindi und brauch dies nicht zu lernen. In Mumbai ist übrigens die Amtssprache Marathi, die aber Hindi/Urdu ähnelt. Vielleicht wurde den Attentätern lesen (und schreiben) beigebracht, da die Buchstaben des Hindi Alphabets nahezu 1:1 dem Marathi Alphabet gleichen, aber das kann man doch aus so schreiben....
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Terror in Mumbai: Bilder eines Alptraums

Fläche: 3.166.414 km²

Bevölkerung: 1213,370 Mio.

Hauptstadt: Neu-Delhi

Staatsoberhaupt:
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Regierungschef: Narendra Modi

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