Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Terror-Attacken: Londons Bürgermeister zeigt Verständnis für Selbstmordattentäter

Die Teilnahme Großbritanniens am Irak-Feldzug ist für Londons Bürgermeister Ken Livingstone eine Ursache für die Terror-Anschläge des 7. Juli. Die Terroristen seien nicht vom Himmel gefallen, sagte er in einem Interview. Darüber hinaus zeigte er Verständnis für Selbstmordattentäter.

London - Die westliche Politik im Nahen Osten sei für den islamistischen Terror mitverantwortlich, sagte Livingstone in einem BBC-Interview. "Wir haben einfach 80 Jahre westlicher Einmischung in überwiegend arabischen Ländern hinter uns, weil der Westen Öl braucht", sagte der "Rote Ken" aus der Labour-Partei von Premierminister Tony Blair.

Er unterstütze zwar grundsätzlich keine Gewalt, aber wenn die Briten so unterdrückt würden wie die Palästinenser durch die Israelis, "dann nehme ich mal schwer an, dass wir selbst eine Menge Selbstmordattentäter hervorgebracht hätten". Er sympathisiere zwar nicht mit palästinensischen Selbstmordattentätern, aber er verurteile sie auch nicht einfach. Dafür verurteile er die israelische Regierung, die manchmal ganze Gebiete bombardiere und sich damit an unschuldigen Zivilisten für die Terrortaten Einzelner räche.

Die Londoner Selbstmordattentäter seien nicht vom Himmel gefallen. "Wir haben zweifelhafte Regierungen gestützt, und wir haben solche, die wir nicht mochten, aus dem Weg geräumt", sagte Livingstone. Livingstone ist in Großbritannien einer der prominentesten Gegner des Irakkrieges.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: