Kairo - Fünf Tage nach dem blutigen Angriff auf einen ägyptischen Grenzübergang auf der Sinai-Halbinsel haben Sicherheitskräfte mindestens sechs mutmaßliche Angreifer festgenommen. Die Männer aus der Extremisten-Hochburg Scheich Suwaid nahe dem palästinensischen Gaza-Streifen stünden auf der Fahndungsliste des Militärs ganz oben, teilten Sicherheitskreise in der Provinzhauptstadt Arisch mit. Sie sollen nun verhört werden.
Am vergangenen Sonntag hatten Extremisten auf dem Sinai 16 ägyptische Soldaten getötet und die Grenze zu Israel durchbrochen. Das ägyptische Militär geht seitdem mit massivem Truppenaufgebot, Panzern und Kampfflugzeugen gegen die Verstecke der Extremisten vor. Immer wieder provozieren die militanten Islamisten Gefechte mit den ägyptischen Sicherheitskräften. Der Zwischenfall vom Sonntag war der schwerste seiner Art. Die Offensive gilt als erste große Herausforderung für Ägyptens neuen Präsidenten Mohammed Mursi.
Die radikalislamische Hamas teilte unterdessen mit, Ägypten habe die Grenze zum Gaza-Streifen vorübergehend geöffnet. Allerdings nur, um Palästinensern die Rückkehr in das Gebiet zu erlauben, sagte ein Hamas-Vertreter. Ägypten hatte den Übergang nach dem Angriff geschlossen.
Militante Islamisten haben sich in den letzten Monaten das Sicherheitsvakuum zunutze gemacht, das nach dem Sturz des Langzeitherrschers Husni Mubarak im Februar 2011 auf dem Sinai entstand. Ihnen kommt auch das unwegsame, gebirgige Terrain im Inneren der Halbinsel zugute.
aar/dpa/dapd
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