Razzia bei Paris Französische Sicherheitskräfte wollen Anschlag vereitelt haben

Bei Paris läuft ein großangelegter Anti-Terror-Einsatz. Laut dem Innenminister Bernard Cazeneuve haben die Sicherheitsbehörden mit der Festnahme eines Verdächtigen konkrete Vorbereitungen für einen Anschlag durchkreuzt.

AFP

Französische Sicherheitskräfte haben am Donnerstagmorgen nach Regierungsangaben mit der Festnahme eines Terrorverdächtigen konkrete Vorbereitungen für einen Anschlag verhindert. Der Plan sei in einem "fortgeschrittenen Stadium" gewesen, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am späten Abend in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Ein Franzose sei in Gewahrsam genommen worden. Dieser stehe im Verdacht, einem militanten Netzwerk anzugehören. Er habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte. Der Festnahme durch den Inlandsgeheimdienst am Donnerstagmorgen seien wochenlange Ermittlungen vorausgegangen.

Die Razzia in der Gemeinde Argenteuil nördlich von Paris dauert zur Stunde noch an. Ein Wohnblock werde durchsucht, es gebe Hausdurchsuchungen, sagte Cazeneuve. Auch ein Bombenentschärfungskommando sei vor Ort.

Derzeit haben die Behörden laut Cazeneuve keinen Anhaltspunkt dafür, dass das jüngste Vorhaben in einem Zusammenhang mit den Angriffen auf Paris im November und zuletzt in Brüssel steht.

Cazeneuve sagte, Anti-Terror-Ermittler hätten seit Anfang des Jahres bereits 75 Personen in Frankreich im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten festgenommen. Gegen 37 seien Anklageverfahren eingeleitet worden.

mka/dpa/Reuters



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