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Terror gegen Zivilbevölkerung: Offizier soll Massenvergewaltigung im Kongo befohlen haben

Es ist einer der grässlichsten Vorfälle dieser Art: Dutzende Frauen sollen im Kongo Opfer einer Massenvergewaltigung geworden sein. Laut einem Bericht der BBC ordnete ein Offizier die Gewalttaten an - als Rache für den Tod eines Soldaten.

Nairobi/Bukavu - Die Vorwürfe gegen einen Offizier der kongolesischen Armee wiegen schwer: Der Mann soll nach dem Tod eines Soldaten eine Massenvergewaltigung befohlen haben, berichtete der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf Augenzeugen. Mehr als 50 Frauen in der Stadt Fizi seien Opfer dieser angeblichen Rache-Aktion geworden.

Mindestens zwei Frauen beschuldigen den Hauptmann demnach, sie bei dem Vorfall am Neujahrstag vergewaltigt zu haben. "Ich wurde vor den Augen meiner Kinder vergewaltigt", sagte eine Frau der BBC. "Ich schäme mich."

Auslöser der Massenvergewaltigung soll ein tödlicher Streit gewesen sein, bei dem ein Soldat ums Leben kam. Der Offizier selbst bestreitet dem Bericht zufolge die Vorwürfe und sagte, er habe die Kontrolle über die Soldaten verloren.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat in der Stadt in der Konfliktprovinz Süd-Kivu bisher 51 Vergewaltigungsopfer behandelt. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer noch größer sein könnte. Menschenrechtsorganisationen werfen allen in der Region kämpfenden Gruppen systematische Vergewaltigungen zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung vor. Der Vorfall in Fizi ist eine der größten bisher bekannt gewordenen Massenvergewaltigungen, die von Regierungstruppen verübt wurden. In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere ähnliche Fälle gegeben.

Armeesprecher Vianney Kazarama räumte die Verantwortung der Soldaten für den Vorfall in Fizi ein und kündigte rasche juristische Konsequenzen an. Sämtliche Soldaten, die die Frauen missbraucht hätten, seien bereits verhaftet worden.

hen/dpa

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1. Traurig
taubenvergifter 19.01.2011
Zitat von sysopDutzende Frauen sollen im Kongo Opfer einer Massenvergewaltigung geworden sein. Laut einem Bericht der BBC ordnete ein Offizier die Vergewaltigungen an - als Rache für den Tod eines Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,740303,00.html
Das gehört zum Krieg dazu. Man kann nicht Angriffskriege gutheißen und dann die leider üblichen Verwerfungen und Perversionen, die Kriege mit sich bringen, anprangern.
2. .
frubi 19.01.2011
Zitat von sysopDutzende Frauen sollen im Kongo Opfer einer Massenvergewaltigung geworden sein. Laut einem Bericht der BBC ordnete ein Offizier die Vergewaltigungen an - als Rache für den Tod eines Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,740303,00.html
Rache als Motiv? Wohl eher nicht. Massenvergewaltigungen haben einen bestimmten Zweck und werden nicht nur ausschließlich wegen niederen Motiven angeordnet. Sie sollen die zu bekämpfende Bevölkerungsgruppe demotivieren und destabilisieren. Das ist ein taktisches Instrument in der Kriegsführung.
3. Interessant...
LokiPoki 19.01.2011
...dass es ein solches Thema aus Zentralafrika es bis zu uns in die Schlagzeilen schafft. Womöglich nur aufgrund der Teilnahme deutscher Truppen zur Sicherung der Wahlen im Kongo. Täglich werden in Afrika dutzende, vielleicht hunderte Menschen missbraucht, misshandelt, die Gliedmaßen abgeschlagen oder auf schlimmste Art gefoltert. Aber sobald eine Massenvergewaltigung von einem "Offizier" (im Kongo könnte das jeder sein, der eine Machete schwingen kann) befohlen wird, ist die Story interessant genug für die deutsche Gesellschaft?! Ich bin froh darüber, dass ein solcher Artikel veröffentlicht wird, aber doch bitte unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit von Straftaten in dieser Region der Erde.
4. hmmmmn
Trotz.Kopf 19.01.2011
Zitat von LokiPoki...dass es ein solches Thema aus Zentralafrika es bis zu uns in die Schlagzeilen schafft. Womöglich nur aufgrund der Teilnahme deutscher Truppen zur Sicherung der Wahlen im Kongo. Täglich werden in Afrika dutzende, vielleicht hunderte Menschen missbraucht, misshandelt, die Gliedmaßen abgeschlagen oder auf schlimmste Art gefoltert. Aber sobald eine Massenvergewaltigung von einem "Offizier" (im Kongo könnte das jeder sein, der eine Machete schwingen kann) befohlen wird, ist die Story interessant genug für die deutsche Gesellschaft?! Ich bin froh darüber, dass ein solcher Artikel veröffentlicht wird, aber doch bitte unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit von Straftaten in dieser Region der Erde.
Es spricht ein wahrer Kenner des Kontinents. Behauptungen über Behauptungen, ohne auch nur ansatzweise die eigenen 'kruden Thesen' mit Fakten zu untermauern. Jeden weiteren Kommentar verkneif ich mir...
5. Wer ist gemeint...
Stationary 19.01.2011
Zitat von taubenvergifterDas gehört zum Krieg dazu. Man kann nicht Angriffskriege gutheißen und dann die leider üblichen Verwerfungen und Perversionen, die Kriege mit sich bringen, anprangern.
wenn Sie über diejenigen sprechen, die Angriffskriege gutheißen? Deutsche Politiker oder Medien? Hier gehen Sie für mein Empfinden doch zu weit. Diese Praktiken müssen öffentlich gemacht und angeprangert werden, sowohl über politische Kanäle, als auch in den Medien. Niemand in der deutschen Politik heißt Angriffskriege gut! Und unsere Medien tun das auch nicht.
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