Terror im Irak Anschlag bei Beerdigung - viele Tote

Mindestens 30 Menschen sind beim blutigsten Selbstmordanschlag seit Monaten im Irak ums Leben gekommen. Ein Terrorist sprengte sich bei der Beerdigung eines Offiziers in die Luft, der selbst bei einem Attentat umgekommen war. Dutzende wurden verletzt.


Bagdad - Es war der schlimmste Selbstmordanschlag im Irak seit fünf Monaten: 30 Menschen riss der Attentäter mit in den Tod, mindestens 38 weitere Menschen wurden verletzt, als der Mann in der Hauptstadt Bagdad seinen Sprengsatz zündete. Der Vorfall ereignete sich demnach während der Beisetzung eines früheren schiitischen Offiziers der irakischen Armee im östlichen Viertel Sajuna. Dieser war drei Tage zuvor bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt im Zentrum Bagdads gestorben, bei dem insgesamt 14 Menschen getötet worden waren.

Innen-, Verteidigungs- und Gesundheitsministerium hatten heute kurz vor dem Anschlag Statistiken veröffentlicht, wonach die Zahl der durch Attentate getöteten Iraker im Dezember auf dem niedrigsten Stand seit dem Bombenanschlag auf die schiitische Moschee in Samarra im Februar 2006 war. Im Dezember starben demnach knapp 570 Menschen, darunter 480 Zivilisten. Mehr als 250 Terroristen seien getötet und knapp 1150 verhaftet worden, hieß es. Den Höchststand von knapp 2000 innerhalb eines Monats getöteten Irakern hatten die Ministerien im Januar 2007 verzeichnet.

Auf den Anschlag vom 22. Februar 2006 auf die Goldene Moschee der überwiegend von Sunniten bewohnten Stadt Samarra war eine Gewaltwelle sondergleichen zwischen Sunniten und Schiiten gefolgt. Zur Verbesserung der Sicherheitslage trugen seither der im August geschlossene Waffenstillstand mit der schiitischen Mehdi-Miliz, eine Verstärkung der US-Truppen sowie die Unterstützung sunnitischer Stämme im Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida bei.

ffr/AFP



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