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Terror im Irak Mehr als 120 Tote bei Anschlagserie in Bagdad

Terror in Bagdad: In Iraks Hauptstadt kamen durch Bombenattentate über hundert Menschen ums Leben, mehr als 190 wurden verletzt. Unter den Opfern sind offenbar auch viele Kinder.

Bagdad - Terroristen haben mit einer Bombenserie das Regierungsviertel in Bagdad ins Visier genommen. Vier Sprengkörper detonierten in der Nähe des Innenministeriums, des Arbeitsministeriums, eines Kunstinstituts und eines Gerichtsgebäudes. Ein Selbstmordattentäter riss zudem in dem südlichen Vorort al-Dura mehrere Polizisten mit in den Tod, als er sich neben ihrer Patrouille in die Luft sprengte. Nach Angaben der Polizei wurden über 110 Menschen getötet und mehr als 190 schwer verletzt. Augenzeugen und lokale Medien sprechen von 127 Toten, der Fernsehsender al-Arabija meldet 450 Verletzte.

Über der Innenstadt von Bagdad stiegen große, schwarze Rauchwolken auf. Unter den Opfern sollen viele Kinder sein, weil neben dem Kunstinstitut ein Kulturhaus für Kinder liegt. Viele der kleinen Besucher wurden von Glassplittern getroffen. Die Anschläge wurden wenige Tage vor der Auktion von Ölförderrechten verübt, zu der am Wochenende zahlreiche Spitzenmanager aus dem Ausland erwartet werden.

Die Rettungskräfte versuchten auch mit Kränen, die Trümmer beiseite zu heben, um nach Überlebenden suchen zu können. Dutzende Fahrzeuge brannten nach der Explosion. US-Soldaten halfen den irakischen Sicherheitskräften bei der Beweissicherung in den Trümmern.

Im August waren durch eine Bombenserie im Regierungsviertel von Bagdad rund hundert Menschen ums Leben gekommen. Sprengsätze detonierten damals nahe des Außen- und des Finanzministeriums. Im Oktober starben 153 Iraker, als kurz hintereinander neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten. Für die Anschläge wurden damals Anhänger des gestürzten und hingerichteten früheren Präsidenten Saddam Hussein verantwortlich gemacht.

Die Agentur al-Yaqen berichtete am Dienstag, in der nördlichen Stadt Kirkuk seien zwei Angehörige einer Bürgerwehr vergiftet worden. Sie seien gestorben, nachdem sie eine Speise gegessen hätten, die ihnen von Fremden gebracht worden sei. In beiden Fällen gibt es bisher keine Täterbekenntnisse.

Wahlen für 6. März angesetzt

Ungeachtet des Bombenterrors traf sich Vizepräsident Tarik al-Haschimi mit Vertretern der unabhängigen Wahlkommission. Nach monatelangen Streitereien hatten die irakischen Abgeordneten am Sonntag ein neues Wahlgesetz verabschiedet und damit den Weg für die zweiten Parlamentswahlen seit dem Sturz des Machthabers Saddam Hussein im Jahr 2003 freigemacht. Auseinandersetzungen um die Verteilung der Mandate auf die einzelnen Provinzen und um die Stimmen der Auslandsiraker hatten die Vorbereitungen zunächst verzögert. Am Dienstag einigte man sich auch auf den Termin für den Urnengang: Am 7. März sollen die Iraker über ein neues Parlament abstimmen. Zuvor hatte es geheißen, die Wahl sei für den 6. März anberaumt worden.

Die US-Regierung und die Uno haben dem Irak zur Verabschiedung des Wahlgesetzes gratuliert. Diese Wahlen seien ein "wichtiger Schritt nach vorne" im demokratischen Prozess des Landes, sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. Das Weiße Haus sah nach einer Mitteilung vom Montagabend in der Kompromisslösung die Entschlossenheit der irakischen Führung, die Gestaltung der Zukunft in ihre eigenen Hände zu nehmen und Differenzen gemäß der Landesverfassung friedlich zu beseitigen.

ler/dpa/AP/AFP

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insgesamt 1158 Beiträge
Emil Peisker 29.06.2009
Sie sind ja noch im Irak. Und bei größeren Verwerfungen dürfen sie auch eingreifen, wenn die Iraker sie bitten. Wenn Sie das land komplett verlassen haben, wird sichtbar, ob die neue irakische Armee das Heft in der Hand hat. [...]
Zitat von sysopDie letzten US-Truppen verlassen die Städte im Irak. Wie sehen Sie die Zukunft des Landes?
Sie sind ja noch im Irak. Und bei größeren Verwerfungen dürfen sie auch eingreifen, wenn die Iraker sie bitten. Wenn Sie das land komplett verlassen haben, wird sichtbar, ob die neue irakische Armee das Heft in der Hand hat. Hoffentlich, kann ich da nur sagen.
nahal 29.06.2009
hoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
Zitat von sysopDie letzten US-Truppen verlassen die Städte im Irak. Wie sehen Sie die Zukunft des Landes?
hoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
elandy 29.06.2009
aha und woher wollen sie das wissen? oder ist das nur eine plumpe Rechtfertigung für den US-Angriff?
Zitat von nahalhoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
aha und woher wollen sie das wissen? oder ist das nur eine plumpe Rechtfertigung für den US-Angriff?
atzlan 29.06.2009
Wirklich interessant, worauf Sie hoffen: "Wenn das so weitergeht, haben die Amerikaner es immerhin geschafft, im Mittleren Osten eine islamische Militärdiktatur zu etablieren." [...]
Zitat von nahalhoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
Wirklich interessant, worauf Sie hoffen: "Wenn das so weitergeht, haben die Amerikaner es immerhin geschafft, im Mittleren Osten eine islamische Militärdiktatur zu etablieren." http://www.zeit.de/2008/52/Irak-Reportage?page=1 (S.3)
SaT 29.06.2009
Wenn es denn so wäre – wäre dies in Ihren Augen Hunderttausende von Toten wert? Auch dann wenn es sich bei diesen Toten um Ihre Angehörigen handeln würde? Im Iran tut sich gerade etwas von innen. Einmischung von außen würde [...]
Zitat von nahalhoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten..
Wenn es denn so wäre – wäre dies in Ihren Augen Hunderttausende von Toten wert? Auch dann wenn es sich bei diesen Toten um Ihre Angehörigen handeln würde? Im Iran tut sich gerade etwas von innen. Einmischung von außen würde dort nur schaden. Übrigens tat sich auch in Mittel und Osteuropa vor 20 Jahren etwas von innen genauso wie in Spanien in den 70’er.
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