Terror in Afghanistan Taliban attackieren Ministerien in Kabul

Sie kamen mit Sturmgewehren und Granaten: In Kabul sind mehrere Bewaffnete ins Justizministerium eingedrungen, einige Attentäter haben sich in die Luft gesprengt. Die Lage ist unübersichtlich, Angreifer liefern sich ein Feuergefecht mit der Polizei.


Kabul - Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE haben sich mehrere Attentäter am Justizministerium der afghanischen Hauptstadt in die Luft gesprengt. Bei dem Anschlag sollen demnach mindestens zehn Menschen getötet worden sein.

Anschlagsort in Kabul: Polizisten versuchen, die Lage nach der Selbstmordattacke unter Kontrolle zu halten
REUTERS

Anschlagsort in Kabul: Polizisten versuchen, die Lage nach der Selbstmordattacke unter Kontrolle zu halten

Den Angaben zufolge sollen noch drei weitere Täter in das Ministerium eingedrungen sein. Sie liefern sich nun ein Feuergefecht mit der Polizei. Diese hat das Gelände abgesperrt und evakuiert das Ministerium. Die Lage in Kabul ist bislang noch unübersichtlich, die Informationen über den Anschlag sind widersprüchlich.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte SPIEGEL ONLINE am Telefon, am Morgen seien insgesamt zehn Attentäter nach Kabul eingeschleust worden, um das Justizministerium und dort die Gefängnisverwaltung anzugreifen. Die afghanische Justiz wird von den Taliban vor allem wegen des Gefängnisses in Pul-e-Sharki im Osten Kabuls kritisiert. Dort sind Hunderte Taliban unter miserablen Bedingungen inhaftiert. Mudschahed sagte weiter, drei seiner Männer hätten sich in die Luft gesprengt.

Ein weiterer Angreifer wurde nach Angaben des Justizministeriums vor dem Bildungsministerium getötet. Der Mann sei von Sicherheitskräften erschossen worden. Demnach explodierte der Sprengsatz des Mannes, ohne Menschen zu verletzen.

Die Anschlagsserie ereignet sich nur einen Tag vor dem Besuch des neuen US-Sondergesandten Richard Holbrooke in Kabul. Seit Montagabend hält er sich in Pakistan auf. Danach will er weiter nach Indien reisen. Es ist Holbrookes erste Reise in die Region in seiner neuen Funktion als Sonderbeauftragter.

jul/cte/mgb/AP/AFP/dpa



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