Terrorangst in Frankreich Unbekannte Drohne überfliegt Elysée-Palast

Eine Drohne hat die französischen Sicherheitsbehörden kurz nach den Anschlägen von Paris in Aufregung versetzt. Das Flugobjekt unbekannter Herkunft kreiste kurzzeitig über dem Präsidentenpalast.

Elysée-Palast in Paris: Residenz des Präsidenten
REUTERS

Elysée-Palast in Paris: Residenz des Präsidenten


Paris - In Paris gilt weiterhin die höchste Terrorwarnstufe. Rund zwei Wochen nach den Anschlägen auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt sind die Sicherheitskräfte nervös: Jetzt wurde bekannt, dass bereits Ende vergangener Woche eine Drohne unbekannter Herkunft über dem Präsidentenpalast in der französischen Hauptstadt gesichtet wurde.

Das Fluggerät habe den Elysée-Palast in der Nacht von Donnerstag auf Freitag "einige Sekunden lang" überflogen, teilte die Präsidentschaft am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ein terroristischer Hintergrund wird laut französischen Medienberichten jedoch ausgeschlossen.

Die Polizei am Elysée-Palast habe die Drohne "sofort entdeckt", hieß es am Sitz von Staatschef François Hollande weiter. Die Drohne habe sich dann auch "umgehend vom Elysée entfernt". Der Überflug ereignete sich rund eine Woche nach der islamistischen Anschlagsserie im Großraum Paris mit 17 Todesopfern.

Nach einem Bericht des Fernsehsenders i-Télé soll die Drohne vom Innenministerium in der Nähe des Elysée-Palastes kommend über den Präsidentensitz in Richtung Place de la Concorde geflogen sein. Das Fluggerät, das zu klein gewesen sei, um etwa Sprengstoff transportieren zu können, möglicherweise aber eine Kamera trug, sei bisher nicht gefunden worden.

In Frankreich hatte es im Herbst eine ganze Serie von Drohnenflügen über Atomkraftwerken gegeben. Bisher konnten die Urheber nicht ausfindig gemacht werden. Atomkraftgegner hatten in dem Zusammenhang jedoch auch vor dem Risiko der Vorbereitung eines terroristischen Angriffs auf eine Atomanlage gewarnt.

Vier Terrorverdächtige in Paris sollen vor Richter

Im Zusammenhang mit den jüngsten Anschlägen wird gegen vier mögliche Unterstützer eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Die Männer im Alter zwischen 22 und 28 Jahren sollen einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, gab die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft bekannt. Die Verdächtigen gehören zu einer Gruppe von acht Männern und vier Frauen, die in der vergangenen Woche wegen möglicher Unterstützung des Islamisten Amédy Coulibaly festgenommen worden waren. Sie sollen den Terroristen logistisch unterstützt haben, unter anderem mit Waffen und Fahrzeugen.

Coulibaly wird für die Ermordung einer Polizistin und den Tod von vier Geiseln in einem koscheren Supermarkt im Osten von Paris verantwortlich gemacht. Drei der zwölf Festgenommenen waren bereits am Wochenende freigelassen worden, fünf weitere wurden laut Staatsanwaltschaft in der Nacht zum Dienstag auf freien Fuß gesetzt.

ler/AFP/dpa

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