Terror in London Parteien unterbrechen Wahlkampf

Nach dem Anschlag in London setzen die Konservativen und Sozialdemokraten ihren Wahlkampf zunächst für einen Tag aus. Am Donnerstag sollen die Briten ein neues Parlament wählen.

Premierministerin Theresa May
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Premierministerin Theresa May


"Die Konservative Partei wird heute auf nationaler Ebene keinen Wahlkampf machen." Das teilte ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May am Sonntagmorgen mit. Auch die oppositionelle Labour-Partei erklärte, ihre nationale Wahlkampagne bis mindestens zum Abend unterbrechen zu wollen.

Die Parteien reagieren damit auf den erneuten Terroranschlag in London. Dort sind in der Nacht mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Außerdem sind laut Polizei drei männliche Angreifer getötet worden. Mindestens 48 Verletzte wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht.

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Terroranschlag: Großeinsatz in der Londoner Innenstadt

Zunächst hatte laut Polizei ein Transporter auf der London Bridge Fußgänger überfahren. Danach fuhren die Attentäter weiter in Richtung Borough Market. Dort verließen sie das Fahrzeug und attackierten Menschen in Bars und Restaurants.

Zu ihrer spontanen Wahlkampfpause teilten die Konservativen mit: "Wir werden die Entscheidung im Laufe des Tages überprüfen, wenn mehr Details über den Angriff bekannt werden. Lokal gehe die Kampagne aber weiter, schreibt ein Politikjournalist der Sendergruppe ITV auf Twitter.

Auch die Scottish National Party und die Grünen sagten ihren nationalen Wahlkampf für den Sonntag ab. Die rechtspopulistische UK Independence Party wollte ihre Kampagne hingegen fortführen.

In sozialen Medien waren zuvor Forderungen laut geworden, die Parlamentswahl zu verschieben. Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte darauf, er lehne eine Verschiebung der Unterhauswahl ab. Die Briten könnten zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, indem sie am Donnerstag ihre Stimme abgeben.

Die Tories und die oppositionelle Labour-Partei hatten ihren Wahlkampf bereits Ende Mai nach dem Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester für einige Tage unterbrochen.

lov/dpa/Reuters



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