Terror in Nigeria Islamisten bekennen sich zu Anschlag auf Uno-Gebäude

Ein Selbstmordattentäter raste mit einem sprengstoffbeladenen Auto in ein Bürogebäude der Uno: Bei einem Bombenanschlag in Nigerias Hauptstadt Abuja sind mindestens 16 Menschen gestorben. Am Abend bekannte sich eine radikal-islamische Sekte zu dem blutigen Angriff.

Bergungsarbeiten am Uno-Gebäude: Mindestens 16 Tote bei Explosion
AP / Saharareporters

Bergungsarbeiten am Uno-Gebäude: Mindestens 16 Tote bei Explosion


Abuja/Genf - Eine radikal-islamische Sekte hat sich zum Bombenanschlag auf das Uno-Gebäude in Nigerias Hauptstadt Abuja bekannt.

Ein Sprecher der Gruppe Boko Haram teilte dem Radiosender BBC mit, für die Attacke verantwortlich zu sein. Die islamistische Sekte hatte bereits mehrere Anschläge im Norden des Landes verübt und sich in der Regel über den britischen Sender bekannt.

Beim Bombenanschlag auf das Bürogebäude der Vereinten Nationen sind mindestens 16 Menschen gestorben, Dutzende wurden verletzt, viele davon schwer. Krankenhäuser in der Umgebung baten die Bevölkerung um Blutspenden.

Eine heftige Explosion hatte das Diplomatenviertel in Abuja gegen 11 Uhr Ortszeit erschüttert. Augenzeugen zufolge raste ein Auto in das Bürogebäude, dann folgte eine Detonation. Die Polizei in Abuja geht von einem Selbstmordattentäter aus, dessen Wagen mit Sprengstoff präpariert gewesen sei.

Die Explosion riss ein großes Loch in das Gebäude, laut Augenzeugenberichten stürzte ein Flügels des Komplexes ein. Eine Rauchsäule stand über dem Stadtteil, in dem sich auch die US-Botschaft und andere diplomatische Einrichtungen befinden.

Das dreistöckige Gebäude ist das Hauptbüro der Vereinten Nationen in Nigeria, 26 Behörden sind dort untergebracht. Wie viele der 400 Uno-Mitarbeiter sich zur Tatzeit im Gebäude aufhielten, ist noch unklar.

"Barbarisch, sinnlos und feige"

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, nannte den Terroranschlag einen "Angriff auf diejenigen, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben". Auch US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilten den Anschlag.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan nannte die Angriffe "barbarisch, sinnlos und feige". Er ließ am Nachmittag die Sicherheitsmaßnahmen in der Hauptstadt erhöhen.

Nigeria, mit 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas, war in den vergangenen Monaten von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden, die der islamistischen Boko Haram zugeschrieben wurden. Boko Haram, was übersetzt "westliche Erziehung ist Sünde" bedeutet, strebt die Errichtung eines islamischen Staates unter dem Gesetz der Scharia im Norden Nigerias an. Dort leben überwiegend Muslime, während der Süden des Landes von Christen dominiert wird. Zuletzt hatte die Organisation einen Anschlag auf das nationale Polizei-Hauptquartier verübt.

fab/AP/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.