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Terror in Pakistan: Afghanische Taliban ächten Massaker an pakistanischer Schule

AFP

Mehr als 140 Menschen starben bei einem grausamen Angriff von pakistanischen Taliban auf eine Schule in Peschawar, darunter mindestens 132 Kinder. Die afghanischen Taliban gehen nun auf Distanz, der "Amoklauf" sei "unislamisch".

Kabul - 500 Schüler und Lehrer wurden bei einer Attacke im pakistanischen Peschawar am Dienstag als Geiseln genommen, mindestens 141 Menschen starben. Unter den Opfern sind offenbar 132 Kinder. Ein Anschlag, von dem sich nun sogar die Taliban in Afghanistan distanzieren. Die absichtliche Tötung unschuldiger Kinder und Frauen verstoße gegen die Grundlagen des Islam, erklärte der afghanische Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Der "Amoklauf" sei "unislamisch", hieß es.

Die afghanischen und pakistanischen Taliban sind zwar organisatorisch getrennt, arbeiten aber zusammen. Ihre Ziele sind der Sturz ihrer jeweiligen Regierung und die Schaffung eines islamischen Staates. Den Überfall auf die Schule hatte ein Sprecher der pakistanischen Taliban als Rache für das Vorgehen des Militärs bezeichnet, das in der Grenzregion zu Afghanistan eine Offensive gegen die Islamisten führt. Die angegriffene Schule wird von der Armee betrieben, unter den Opfern sind auch Kinder der Militärs.

Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif nannte das Massaker eine "von Wilden entfesselte nationale Tragödie". Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Außerdem soll die Todesstrafe nun wieder zugelassen werden, bislang war sie ausgesetzt. Ein Regierungsausschuss habe ein Ende des Moratoriums vorgeschlagen und Sharif habe dem zugestimmt, sagte Sharifs Sprecher am Mittwoch. Auch das benachbarte Indien, Pakistans Erzfeind, verurteilte den Angriff. Der indische Regierungschef Narendra Modi übermittelte Sharif telefonisch sein Beileid.

US-Drohne trifft Taliban

Am Mittwochmorgen traf eine US-Drohne in Ostafghanistan offenbar vier pakistanische Taliban und sieben weitere Aufständische. Nach Angaben des Gouverneurs des Sherzad-Gebiets, Mahlem Mashuq. Die Raketen der Drohne hätten einen Pick-up getroffen, alle elf Insassen seien bei dem Angriff gestorben.

US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstagabend erklärt, die Taliban hätten erneut gezeigt, wie "verdorben" sie seien. Die USA hätten Pakistan weitere Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus angeboten, heißt es aus US-Kreisen. Man erwarte auch von Pakistan einen größeren Einsatz in dem Kampf. "Wir stehen Seite an Seite mit den Menschen in Pakistan", sagte Obama.

Im Video: Friedensnobelpreisträgerin Malala zur Taliban-Attacke

vek/Reuters/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
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1. Das ist nicht verwunderlich, bedenkt man....
joG 17.12.2014
.....dass die pakistanische Regierung sie im Afghanistan Krieg gegen die Alliierten unterstützten....
2. Die islamischen Gotteskrieger
Hank Hill 17.12.2014
zeichnen sich besonders durch Feigheit aus. Schulen, Kinder, Frauen, alles leichte Ziele für diese Feiglinge. Verstecken sich in Krankenhäusern und Einrichtungen in denen hilflose Menschen wohnen. IS, Taliban, Al Quaida, der Abschaum der Menschheit. Obama, release the drones. Excellent.
3. Die afghanische Taliban...
abudhabiiiiiiii 17.12.2014
verurteilen diese Tat - Das ich nicht lache. Die sind nicht besser, haben erst in diesem Monat in einem Volleyball Spiel und in einer Schule einen jugendlichen mit einem Sprengstoffgürtel rein geschickt und dutzende unschuldige Menschen getötet. Beides sind Terrororganisationen, da braucht keiner der Parteien Friedensgespräche mit denen führen, die verstehen nur Gewalt!
4. taliban
zshh 17.12.2014
mit dieser distanzierung macht sich die afghanische taliban nicht besser. die meucheln genauso unschuldige frauen, kinder und "ungläubige" ab. dieser pseudoreligiöse abschaum ist -wie IS- die pest des 21. jahrhunderts. natürlich sind sie auch ein produkt unserer heutigen geopolitik und der fehlenden bildung im arabischen raum. trotzdem müssen sich alle in der welt gegen diesen meuchelmob zur wehr setzen. das gibt sicher wieder neuen schub für pegida & co.
5. Ein Kommentar zum Kommentar Nr. 2
Sweep 17.12.2014
Dieser Anschlag ist nicht nur Feige un abscheulich. Der Kommentar Nr. 2 wird betitelt mit " Die islamischen Gotteskrieger". Islamisch ist das falsche Adjektiv, wenn dann meinen Sie islamistisch. Ein gerne von vielen übersehenen wichtigen Unterschied. Denn man sagt ja auch nicht eine Christliche Intervention der Amis oder ähnliches, auch wenn diese überwiegend von christlichen Soldaten durchgeführt wird.
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Fotostrecke
Pakistan: Taliban-Angriff auf Schule
Fakten über Pakistan
Staatsgründung
REUTERS
Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .
Kaschmir-Konflikt
REUTERS
Seit der Staatsgründung führte Pakistan zwei große Kriege mit dem Nachbarn Indien um die Grenzregion Kaschmir , 1947/48 und 1965. Der Fürstenstaat Kaschmir hatte sich zunächst zu Indien zugehörig erklärt. Der islamische Staat Pakistan beanspruchte das überwiegend von Muslimen bewohnte Kaschmir jedoch für sich und gewann die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil der Region. Doch auch Indien betrachtete Kaschmir als sein Territorium. Die von der Uno 1948 vorgeschlagene und vom indischen Premierminister versprochene Volksabstimmung, in der die kaschmirische Bevölkerung selbst über ihre Zukunft entscheiden sollte, wurde nie durchgeführt.

Seit den achtziger Jahren kämpfen im indischen Teil Kaschmirs muslimische Rebellen für die Unabhängigkeit der Region oder einen Anschluss an Pakistan. 1999 kam es wieder zu größeren militärischen Auseinandersetzungen mit mehreren hundert Toten, und 2001 standen die Atommächte Indien und Pakistan erneut am Rande eines Krieges. 2004 wurde ein Friedensprozess zwischen Neu-Delhi und Islamabad eingeleitet.

Der pakistanische Geheimdienst ISI steht im Verdacht, Kontakte zu islamistischen Terroristen zu pflegen. Indien wirft Pakistan die Unterstützung muslimischer Terroristen vor. Auch hinter der Anschlagserie in Mumbai 2008 vermutet Neu-Delhi islamistische Terroristen aus Pakistan.

Islam
AP
Mit der Verfassung von 1956 wurde Pakistan die erste islamische Republik der Welt. Der Islam ist Staatsreligion, gleichzeitig garantiert die Verfassung jedoch Religionsfreiheit. 96 Prozent der Pakistaner sind Muslime, der Präsident muss ebenfalls Muslim sein. Seit der Staatsgründung haben Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen über die Rolle des Islam im Staatsverständnis die Innenpolitik beherrscht.

Immer wieder gab es auch islamistische Tendenzen. So führte Diktator Zia ul-Haq die Scharia , die islamische Rechtsprechung, ein. 1997 erkannte Pakistan als erster Staat das extremistische Taliban -Regime in Afghanistan an und unterstützte es bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 . Während die Zentralregierung in Islamabad zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Anti-Terror-Krieg avancierte, erstarkte die islamistische Opposition im Land.

Macht der Taliban
REUTERS
In den Stammesgebieten in der nordwestlichen Provinz an der Grenze zu Afghanistan hat die pakistanische Zentralregierung nur begrenzten Einfluss. Dort herrschen islamistische Extremisten und pakistanische Taliban , die sich teilweise auf die Hilfe der regionalen Stammesführer stützen. Die Enttäuschung über die korrupte staatliche Justiz und Verwaltung erhöhte die Attraktivität des Islamismus in der Bevölkerung.

Verstärkung erhielten die radikalen Islamisten von afghanischen Taliban aus den Reihen von Mullah Omar sowie Qaida -Kämpfern, die aus Afghanistan geflohen sind. Militante betreiben hier in Waziristan auch Ausbildungslager für international operierende Dschihadisten.

Kampf gegen die Extremisten
dpa
Die pakistanische Armee führte ab 2003 wiederholt Militäraktionen im Nordwesten gegen die Taliban - und Quaida -Terroristen durch. Als Reaktion verübten Terroristen verheerende Anschläge in pakistanischen Städten.

Die Amerikaner versuchen, die islamistischen Extremisten in ihren pakistanischen Verstecken mit ferngesteuerten Präzisionsraketen zu treffen. Doch diese Drohnen -Angriffe sind bei der Bevölkerung äußerst unpopulär und treiben die Menschen in die Arme der militanten Islamisten.

Das pakistanische Militär scheute zunächst die ernsthafte Konfrontation mit den Extremisten. Die Armee und der pakistanische Geheimdienst ISI haben diese Gruppierungen zum Teil Anfang der achtziger Jahre selbst aufgebaut, um im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan mitzumischen, und haben sie später im Kaschmir-Konflikt eingesetzt. Und noch immer betrachten viele Offiziere die Taliban nicht als ihren eigentlichen Gegner – der wahre Feind sei Indien .

Um die Aufständischen in den Stammesgebieten ruhigzustellen, versuchte schon Präsident Pervez Musharraf , Abkommen mit ihnen zu schließen, und versagte. Im April 2009 scheiterte ein Friedensabkommen, das sein Nachfolger, Staatschef Asif Ali Zardari , ausgehandelt hatte: Die Taliban sollten die Waffen niederlegen und im Gegenzug in der Region Malakand, zu der das Swat-Tal und fünf weitere Distrikte gehören, die Scharia anwenden dürfen. Mit Hilfe des islamischen Rechts können sich die Taliban die Bevölkerung legal gefügig machen - wer sich gegen ihre Herrschaft auflehnt, wird geköpft. Statt einer Feuerpause brachten sie vom Swat-Tal aus mehrere Distrikte unter ihre Kontrolle und rückten bedrohlich nahe an die Hauptstadt Islamabad heran, bis die Armee im Frühjahr 2009 eingriff und die Gebiete zurückeroberte. Im Oktober 2009 begann das Militär außerdem einen Krieg gegen die Taliban in der Region Südwaziristan.

Atomwaffen
REUTERS
1985 wurde in Pakistan erstmals Uran angereichert, seit 1998 besitzt das Land nachweislich Atomwaffen : Nur Tage nach indischen Atomtests zündete Pakistan im Mai 1998 in der Nähe der unbewohnten Chagai-Berge erfolgreich Kernwaffen. Die genaue Zahl der atomaren Sprengköpfe ist nicht bekannt, aber es sollen 60 bis 100 sein, die an verschiedenen Stellen im Land gelagert und von rund 10.000 Soldaten bewacht werden.

Damit gehört Pakistan neben den fünf offiziellen Atommächten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sowie Indien, Israel und Nordkorea zum Kreis der neun Nuklearmächte, was die Bedeutung des verarmten Landes stark erhöht.

Militärbeobachter befürchten, Nuklearwaffen aus dem pakistanischen Waffenarsenal könnten aufgrund der Instabilität des Landes in die Hände von Extremisten fallen. Diese hätten damit ein Mittel in der Hand, dem Westen ihre Bedingungen zu diktieren. Geschürt wird die Angst vor diesem Horrorszenario dadurch, dass die Taliban in den vergangenen Monaten ihre Basis in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ausgebaut haben. Im April 2010 rückten sie bis auf 100 Kilometer Entfernung auf die Hauptstadt Islamabad vor, bevor sie vom pakistanischen Militär zurückgedrängt wurden.


SPIEGEL ONLINE

Fläche: 796.095 km²

Bevölkerung: 191,710 Mio.

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Mamnoon Hussain

Regierungschef: Nawaz Sharif

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