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Hayat Boumeddiene: Frankreich jagt die Terror-Komplizin

REUTERS

Drei Terroristen sind tot - doch ihre mutmaßliche Komplizin ist noch auf der Flucht: Hayat Boumeddiene, die Freundin des Supermarkt-Geiselnehmers, wird von Tausenden Polizisten gejagt. Sie soll bewaffnet sein.

Paris - Nach dem Tod der drei Terroristen in Frankreich sucht die Polizei nach mutmaßlichen Komplizen. Im Zentrum steht dabei Hayat Boumeddiene, die Lebensgefährtin des getöteten Amedy Coulibaly.

Coulibaly hatte am Freitag einen jüdischen Supermarkt im Osten von Paris überfallen und mehrere Geiseln genommen. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft ist es wahrscheinlich, dass er vier davon erschossen habe. Auch hinter dem Mord an einer Polizistin am Donnerstag soll Coulibaly stecken. Womöglich war Boumeddiene dabei seine Komplizin.

Die Polizei hat Boumeddiene zur Fahndung ausgeschrieben und warnt: Die 26-Jährige sei möglicherweise "bewaffnet und gefährlich".

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Terror in Frankreich: Zugriff in der Dunkelheit

Coulibaly und Boumeddiene sollen mit den beiden Terroristen Chérif und Saïd Kouachi in Verbindung gestanden haben. Die beiden Brüder waren am Mittwoch in das Redaktionsgebäude des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris eingedrungen und hatten insgesamt zwölf Menschen erschossen. Am Freitag wurden sie von der Polizei getötet, nachdem sie sich in einer Druckerei in der Gemeinde Dammartin-en-Goële nahe dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle verschanzt hatten.

Armbrustschießen in Südfrankreich

In einem Interview, das Coulibaly kurz vor seinem Tod dem Fernsehsender BFMTV gegeben hatte, sagte der Terrorist, er habe mit den Kouachi-Brüdern zusammengearbeitet: "Wir haben uns für den Anfang dieser Operationen abgestimmt. Sie 'Charlie Hebdo', ich die Polizisten." Auf die Frage, ob Boumeddiene bei ihm sei, antwortete er: "Nein, ich bin alleine. Meine Frau ist nicht da."

Coulibaly soll Chérif Kouachi im Gefängnis kennengelernt haben. Seine Lebensgefährtin Boumeddiene stand offenbar in engem Kontakt mit der Freundin von einem der beiden Brüder. Laut Staatsanwaltschaft haben sie rund 500-mal miteinander telefoniert.

Wie mehrere Medien berichten, kennen sich Coulibaly und Boumeddiene schon lange. 2010 sollen sie den mutmaßlichen Qaida-Terroristen Djamel Beghal in Südfrankreich besucht haben, wo dieser unter Hausarrest stand. Die Zeitung "Le Monde" veröffentlichte am Samstag Fotos von dem Besuch. Darauf ist Boumeddiene nicht nur mit einer Armbrust, sondern auch mit einem Nikab zu sehen - einem Schleier, der nur einen schmalen Schlitz für die Augen offen lässt und in Frankreich verboten ist.

Von der Polizei später auf den Besuch bei Beghal angesprochen, soll Boumeddiene gesagt haben, sie sei dort gewesen, um "Armbrustschießen zu üben".

Beghal könnte ein weiteres Verbindungsglied zwischen den Terroristen sein. Auch Chérif Kouachi kannte Islamisten. Fotos zeigen die beiden beim gemeinsamen Fußballspiel.

stk/AP/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 90 Beiträge
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1. Wow!
RDetzer 10.01.2015
Da kann die NSU mit Zschäpe nicht mithalten. Wo kann man sich melden?
2. Patterns of Force
Walther Kempinski 10.01.2015
Die Muster der Gewalt scheinen ähnlich zu sein. War bei der NSU doch genauso. Die Männer gehen skrupellos töten und die Frau macht die etwas kleineren Verbrechen drumherum (und natürlich die Wäsche). Nun tickt sie bestimmt aus und versucht Beweismittel zu vernichten. Es ist wirklich erstaunlich, wie hoch die Gemeinsamkeiten zwischen Nazis und Islamisten ist. Himmler war ja auch großer Bewunderer des Dschihad. Er meinte sogar: "die sind so wie wir". Im Endeffekt kann man sagen: Die westlichen und arabischen jungen Leute die aus den Ghettos kommen, neigen zu ganz ähnlichen Formen der Gewalt. Auch Breivik gehört dazu, der war allerdings "nur" wohlstandsverwahrlost.
3. ach, ja...
Spiegelleserin57 10.01.2015
wie oberflächlich, wer das tut weiß die Hintergründe dann auch nicht. Alles töten was sich in den Weg stellt, wohl beste Lösung? gut ist das keinesfalls sondern mit fatalen Folgen für uns alle behaftet! Dann ist fast sicher dass die nächsten Anschläge bald passieren!
4. Unverantwortlich
scharfekante 10.01.2015
Alleine der Titel "Frankreich jagt die Terrorkomplizin" ist reißerisch, verhetzend und auch im Hinblick auf die Unschuldsvermutung unverantwortlich, von der Veröffentlichung des Bildes der jungen Frau ganz zu schweigen.
5.
freddled_gruntbuggly 10.01.2015
Der beste Weg, mit radikalreligiösen Ansichten umzugehen, ist, sie lächerlich zu machen. Selber gegen Homosexuelle und Nichtgläubige hetzen, aber Toleranz für den eigenen Wahn einfordern. Das sind mir die richtigen.
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