Mögliche Unterstützer Französische Polizei spürt zehn mutmaßliche Terrorkomplizen auf

In Paris sind mindestens zehn Verdächtige in Gewahrsam genommen worden. Sie stehen offenbar in Verdacht, die Terroranschläge in der vergangenen Woche unterstützt zu haben. Am Bahnhof Gare de l'Est gab es Bombenalarm.


Paris - Im Zusammenhang mit den islamistischen Terrorattacken von Paris sind erneut mehrere Personen festgenommen worden. Nach Angaben aus Justizkreisen hat die Polizei in der Nacht zum Freitag im Großraum Paris zugegriffen, berichtete der Nachrichtensender BFMTV. Insgesamt seien zwölf Verdächtige für Vernehmungen in Gewahrsam gekommen.

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Justizkreisen um neun Männer und drei Frauen. Mehrere Wohnungen in den Pariser Vorstädten Montrouge, Grigny, Fleury-Mérogis und Epinay-sur-Seine wurden durchsucht, wie Polizisten sagten. In Montrouge hatte der Terrorist Amédy Coulibaly vergangene Woche eine Polizistin erschossen.

Zwei schwer bewaffnete Attentäter hatten in der vergangenen Woche die Redaktion der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" gestürmt und dort sowie auf der Flucht insgesamt zwölf Menschen getötet. Bei einem weiteren Anschlag tötete Coulibaly in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Geiseln. Die Islamisten, die ihre Taten womöglich abgesprochen hatten, wurden bei Polizeieinsätzen erschossen.

Am Freitagmorgen wurde der Pariser Ostbahnhof wegen eines Bombenalarms zwischenzeitlich geschlossen. Die Polizei sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, "Le Figaro" berichtete von einem verdächtigen Gepäckstück.

US-Außenminister John Kerry hat an den Schauplätzen der Terroranschläge der 17 Todesopfer gedacht und um Verzeihung für sein Fehlen beim großen Gedenkmarsch gebeten. Eine Woche nach dem Ende der islamistischen Angriffswelle war er der erste amerikanische Spitzenpolitiker, der vor Ort seine Trauer und Solidarität bekundete.

An einem großen Gedenkmarsch mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt hatte am vergangenen Sonntag überraschend kein hochrangiges US-Regierungsmitglied teilgenommen.

fab/AFP/AP/dpa

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