Terror Mali fleht beim Internationalen Strafgerichtshof um Hilfe

Menschen werden ausgepeitscht und ermordet, Denkmäler zerstört: Seit Monaten tobt in Mali ein brutaler Bürgerkrieg. Die Regierung hofft nun auf Hilfe aus Den Haag. Sie hat den Internationalen Strafgerichtshof um Ermittlungen gegen die Rebellen im Norden gebeten.

Islamisten in Mali (Video-Standbild): Seit Monaten immer wieder Gewalt
AFP

Islamisten in Mali (Video-Standbild): Seit Monaten immer wieder Gewalt


Den Haag - Die Lage in Mali ist außer Kontrolle geraten, gegen das Vorgehen der Rebellen im Norden des Landes kann die Regierung kaum noch etwas ausrichten. Jetzt setzt sie auf Hilfe aus dem Ausland. Sie hat den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gebeten, wegen Verbrechen im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt Ermittlungen aufzunehmen.

Einen entsprechenden Antrag übergab Justizminister Malick Coulibaly am Mittwoch in Den Haag der IStGH-Chefanklägerin Fatou Bensouda, teilte das Gericht mit.

Malis Regierung beklagt darin unzählige Morde, Entführungen und Vergewaltigungen sowie die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten. Die Ermittlungen sollen sich auch auf die Vernichtung islamischer Heiligtümer in Timbuktu erstrecken, die von der Uno als Weltkulturerbe eingestuft worden waren.

Chefanklägerin Bensouda erklärte, die IStGH-Staatsanwaltschaft werde rasch prüfen, ob Ermittlungen des vor allem für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständigen Gerichtshofes angebracht sind.

Im Norden des westafrikanischen Staates, über den die Regierung in Bamako weitgehend die Kontrolle verloren hat, wüten seit Januar Rebellengruppen der Tuareg-Nomaden. Sie streben in der Halbwüstenregion einen eigenen Staat an. In der Region sollen auch islamische Extremisten aus dem Ausland aktiv sein, unter ihnen Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida.

Drei ausländische Geiseln freigelassen

Auch Ausländer geraten immer wieder zwischen die Fronten. Am Mittwoch wurden drei europäische Geiseln freigelassen. Ein Sprecher der bewaffneten islamistischen Gruppe Mujao sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Spanier, eine Spanierin und eine Italienerin seien freigelassen worden, "da unsere Bedingungen erfüllt wurden".

Bei den Bedingungen handelte es sich laut dem Sprecher Mohammed al-Hischam um die Freilassung von drei islamischen Fundamentalisten aus einem Gefängnis "in einem muslimischen Land" und um die Zahlung von Lösegeld in nicht genannter Höhe.

jok/dpa/AFP



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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Atheist_Crusader 18.07.2012
1.
Zitat von sysopAFPMenschen werden ausgepeitscht und ermordet, Denkmäler zerstört: Seit Monaten tobt in Mali ein brutaler Bürgerkrieg. Die Regierung hofft nun auf Hilfe aus Den Haag. Sie hat den Internationalen Strafgerichtshof um Ermittlungen gegen die Rebellen im Norden gebeten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,845193,00.html
Ermittlungen durch die UNO? Wollen die uns verarschen, oder sich selbst? Die UNO kann nichts, schafft nichts, tut nichts, solange nicht die Interessen von irgendwem Wichtigen involviert sind. Gerade als afrikanische Regierung sollte man das wissen. Wahrscheinlich wollen sie bloß das öffentliche Interesse erhöhen um vielleicht ein paar Dollar von den War-on-Terror-Fonds abzugreifen.
Bärchen09 18.07.2012
2. Wer kann denn
Zitat von sysopAFPMenschen werden ausgepeitscht und ermordet, Denkmäler zerstört: Seit Monaten tobt in Mali ein brutaler Bürgerkrieg. Die Regierung hofft nun auf Hilfe aus Den Haag. Sie hat den Internationalen Strafgerichtshof um Ermittlungen gegen die Rebellen im Norden gebeten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,845193,00.html
Wer kann denn diese Terroristen stoppen? Mit den Tuareg könnte man vielleicht verhandeln, nicht aber mit den Islamisten. Und die haben längst die Gewalt übernommen. Raffiniert: sie nehmen Geiseln, pressen damit Terroristen frei und füllen mit Lösegeld ihre Kasse. Werden die Islamisten wohl auf Den Haag hören? Man darf daran zweifeln. Bitte, nicht wieder löschen!
ritotschka 18.07.2012
3. Was hat Mali zu bieten
Lohnt ein internationaler Eingriff oder überlassen wir sich selbst. Das ist doch die entscheidende Frage? Oder?
alnemsi 19.07.2012
4.
Zitat von Atheist_CrusaderErmittlungen durch die UNO? Wollen die uns verarschen, oder sich selbst? Die UNO kann nichts, schafft nichts, tut nichts, solange nicht die Interessen von irgendwem Wichtigen involviert sind. Gerade als afrikanische Regierung sollte man das wissen. Wahrscheinlich wollen sie bloß das öffentliche Interesse erhöhen um vielleicht ein paar Dollar von den War-on-Terror-Fonds abzugreifen.
Ne, hier gehts gerade um Kriegsvorbereitungen, um den AQ-Kämpfern das Handwerk zu legen Dazu Widerstand: Mali will Islamisten mit Militäreinsatz vertreiben - Nachrichten Politik - Ausland - WELT ONLINE (http://www.welt.de/politik/ausland/article107907743/Mali-will-Islamisten-mit-Militaereinsatz-vertreiben.html) "Der französische Außenminister Fabius hat bei seinem Antrittsbesuch in Algerien ein militärisches Eingreifen in Mali in Erwägung gezogen, sollten dort politische Vermittlungsbemühungen nicht fruchten. " - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/terrorbekaempfung-paris-und-algier-einig-ueber-mali-11823121.html) zenith: Mali: Frankreich drängt auf Resolution im UN-Sicherheitsrat (http://www.zenithonline.de/deutsch/home/quicknews/artikel/mali-frankreich-draengt-auf-resolution-im-un-sicherheitsrat-003060/) Mali: "Frankreichs Präsident Hollande kündigte an, dass er zu einer Militärintervention bereit sei. Ob dies den seit Monaten schwelenden Bürgerkrieg lösen kann, ist ungewiss." - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-islamisten-terrorisieren-bevoelkerung-a-844436.html) Mysterious fatal crash provides rare glimpse of U.S. commandos in Mali - The Washington Post (http://www.washingtonpost.com/world/national-security/mysterious-fatal-crash-provides-rare-glimpse-of-us-commandos-in-mali/2012/07/08/gJQAGO71WW_story.html?wprss=rss_homepage)
fxe1200 19.07.2012
5. Mali hat kein Oel....
...nur ein wenig Gold. Also wird es die internationale Gemeinschaft nicht interessieren, was dort passiert. Der Diskutierclub UNO waere ohnehin der falsche Ansprechpartner.
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