Terror in Nigeria Bomben reißen mehr als hundert Menschen in den Tod

Ein heimtückischer Anschlag hat in Nigeria mindestens 118 Menschen das Leben gekostet. Auf einem Markt der Stadt Jos explodierte zunächst eine Autobombe. Als Rettungskräfte zu Hilfe eilten, kam es zu einer weiteren Detonation.


Jos - Die Explosionen ereigneten sich in einem Geschäftsviertel in der Stadt Jos im Zentrum Nigerias: Mindestens 118 Menschen wurden dort bei einem Doppelattentat getötet, Dutzende weitere verletzt. Zwei Autobomben waren auf einem belebten Marktplatz in die Luft gegangen, wie die Polizei mitteilte. Die Sprengsätze rissen offenbar zahlreiche Frauen sowie Mitglieder der alarmierten Rettungsmannschaften in den Tod.

Die Attentäter hatten am Nachmittag zunächst einen Lastwagen in die Luft gesprengt, wie das Militär mitteilte. Die Rettungskräfte seien schnell vor Ort gewesen. Etwa 20 Minuten später sei in einem Kleinbus dann die zweite Bombe explodiert.

Jos liegt im Bundesstaat Plateau, an der Schnittstelle zwischen dem christlich geprägten Süden Nigerias und dem muslimischen Norden. In der Vergangenheit gab es dort immer wieder tödliche Auseinandersetzungen. Hintergrund sind oftmals religiös motivierte Konflikte.

Zu den Attentaten bekannte sich noch niemand. In letzter Zeit hat jedoch die Islamistengruppe Boko Haram zahlreiche Anschläge in Nigeria verübt. Beim Kampf der radikalen Muslime für einen islamistischen Staat im Norden des Landes wurden bislang mehr als 3000 Menschen getötet. Die Extremistengruppe hatte bereits im Juli 2012 außerhalb von Jos eine Trauergemeinde angegriffen.

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Doppelter Anschlag in Nigeria: Zwei Autobomben explodieren auf belebtem Markt
Derzeit sorgt Boko Haram mit einer weiteren Tat für Aufsehen: Seit Wochen hat sie rund 200 Schülerinnen im Nordosten des Landes in ihrer Gewalt. Mitte April hatten die Islamisten eine Schule in der Stadt Chibok im Bundesstaat Borno überfallen und 276 Schülerinnen verschleppt, von denen noch immer 223 an einem unbekannten Ort festgehalten werden.

Nach der Entführung der Mädchen will die Polizei nun die Sicherheit an sämtlichen Internaten des Landes überprüfen. Die Kommissariate seien angewiesen, umgehend Risikoanalysen für alle Internate zu erstellen, erklärte die Polizei am Dienstag. Mithilfe daraus gewonnener Erkenntnisse sollen demnach Sicherheitsstrategien für Schulen mit Schlafplätzen erarbeitet werden.

Mit ihrer Sicherheitsüberprüfung reagiert die Polizei auf eine Initiative für sichere Schulen des Uno-Sondergesandten für Bildung, Gordon Brown. Mithilfe von Spenden lokaler Unternehmer sollen zunächst 500 Schulen im Norden sicherer gemacht werden.

jbe/als/AFP/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Fabeulous 21.05.2014
1.
Irgendwie traurig, dass man eine Eilmeldung aufs Handy bekommt wenn Bayern den DFB Pokal gewinnt aber nicht wenn auf der Welt 118 Menschen umgebracht werden. Es sei denn es passiert oberhalb des Äpuators. Dann gibt es drei Wochen kein anderes Thema in den Medien.
Windlerche 21.05.2014
2.
Kann mich Fabeulous nur anschließen.
tgu 21.05.2014
3. Perverser Anschlag
Es ist ein Anschlag der perversesten Sorte. Eine Bombendetonation der dutzende Tote fordert ist schon schlimm, aber dann einen zweiten Sprengsatz parat zu halten, der dann jene in die Luft sprengt die zur Hilfe eilen, ist pervers. Damit wird eine zu tiefst menschliche Reaktion, die zu Helfen, auf perverseste Art ausgenutzt um noch mehr Menschen zu töten. Sowas kann nicht im Sinne Allahs und seines Propheten Mohammeds sein.
Palmstroem 21.05.2014
4. Der Terror kennt kein Ende
Zitat von sysopAFPEin heimtückischer Anschlag hat in Nigeria mindestens 118 Menschen das Leben gekostet. Auf einem Markt der Stadt Jos explodierte zunächst eine Autobombe. Als Rettungskräfte zur Hilfe eilten, kam es zu einer weiteren Detonation. http://www.spiegel.de/politik/ausland/terror-mehr-als-hundert-tote-bei-doppelanschlag-in-nigeria-a-970608.html
Wie begeistert war man in Deutschland, als Barak Obama Bush´s "War against Terror" für beendet erklärt hat. Offenbar teilen Terroristen diese deutsche Begeisterung nicht ganz! und man ändert eben die Realität nicht dadurch, dass man die Augen davor verschließt"
markus2014 21.05.2014
5. traurig
traurig aber wahr zum Glück hat Nigeria Erdöl sie werden schon nicht im stich gelassen werden . nicht wie Syrien
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