Terror-PR "Warum heilige Krieger diese Höhlen angriffen"

Al-Qaida hat nach den Protesten der jordanischen Bevölkerung gegen die Anschläge von Amman eine zweite Erklärung veröffentlicht. Man wolle Muslimen einen Teil der Gründe erklären, "warum heilige Krieger diese Höhlen angriffen".


Kairo - Al-Qaida habe erst zugeschlagen, als sie sicher gewesen sei, dass die ins Visier genommenen Hotels Zentren des Kriegs gegen den Islam seien, heißt es in der im Internet veröffentlichten Erklärung. Die Hotels unterstützten die Präsenz "der Kreuzfahrer" im Irak und auf der arabischen Halbinsel und der Juden im Land Palästina, hieß es in der Erklärung, mit der den Muslimen ein Teil der Gründe genannt werden solle, "warum heilige Krieger diese Höhlen angriffen".

In den Hotels seien Geheimdienstorgane der Amerikaner, Israelis und einiger westlicher Staaten "in unsichtbaren Schlachten im so genannten Kampf gegen den Terrorismus" tätig gewesen. Auch die Nato habe die drei Hotels genutzt.

Bei den Anschlägen in den Fünf-Sterne-Hotels Radisson SAS, Grand Hyatt und Days Inn wurden mindestens 56 Menschen getötet. 33 Opfer waren nach offiziellen Angaben Jordanier, darunter Gäste einer Hochzeitsgesellschaft.

Für die Zukunft kündigte al-Qaida im Irak Anschläge mit noch katastrophaleren Folgen an. Die Organisation werde nicht zögern, Orte anzugreifen, an denen sich westliche Ausländer und Israelis aufhielten. Die meisten der Toten bei den Anschlägen in Amman waren Araber.

In der jordanischen Hauptstadt und anderen Städten waren zuvor hunderte Menschen einem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt und hatten gegen die Anschläge und den Anführer der al-Qaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, demonstriert.

Heute rechneten die Behörden mit weiteren Protestaktionen. Uno-Generalsekretär Kofi Annan wollte den jordanischen König Abdullah II. treffen.

Unter den Todesopfern war auch Moustapha Akkad, der in Syrien geborene Produzent der "Halloween"-Filme. Der 74-Jährige sei heute seinen schweren Verletzungen, die er bei den Anschlägen erlitten hatte, erlegen, teilte ein Krankenhaus mit. Auch seine Tochter Rima Akkad Monla wurde getötet.



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