Nach dem Terror Franzosen finden ihren Kriegspräsidenten ein bisschen besser

Die Umfragewerte für Präsident Hollande waren katastrophal - nach dem Terror von Paris gewinnt er Sympathien. Eine Mehrheit der Franzosen sieht ihren Präsidenten aber immer noch kritisch.

Frankreichs Präsident Hollande: Ein bisschen beliebter
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Frankreichs Präsident Hollande: Ein bisschen beliebter


Terroristen ermordeten in Paris 130 Menschen. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von "Krieg". Er kündigte neue Angriffe gegen den "Islamischen Staat" in Syrien und im Irak an und schickte Flugzeugträger ans Mittelmeer. Für die Franzosen gewinnt ihr Präsident in der Krise - auch wenn immer noch nur eine Minderheit ihn positiv bewertet.

Auf die Frage, ob Hollande ein guter Präsident sei, antworteten in einer neuen Umfrage des Instituts Odoxa 32 Prozent der Befragten mit Ja - das waren zehn Prozentpunkte mehr als im Oktober. Entsprechend geringer (67 Prozent) fiel der Anteil derjenigen aus, die vom Gegenteil überzeugt sind.

Auch nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Januar waren die Sympathiewerte für den sozialistischen Präsidenten in die Höhe geschnellt. Ein solcher "Kriegsherren-Effekt" wird in Meinungsumfragen immer wieder verzeichnet, ist aber oft von nur kurzer Dauer. Angesichts der Wirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit in Frankreich verzeichnet Hollande in der Regel sehr schwache Umfragewerte, die eine Wiederwahl schwer vorstellbar erscheinen lassen.

Nach den Terroranschlägen von Paris schmiedet Hollande derzeit an einer internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS. Dazu reist er am Dienstag zu Gesprächen mit US-Präsident Barack Obama nach Washington. Am Mittwoch wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Paris sein, am Donnerstag ist Hollande in Moskau beim russischen Staatschef Wladimir Putin zu Gast.

Am Montag hatte der britische Premier David Cameron Paris im Kampf gegen den IS Unterstützung zugesagt. Die französische Luftwaffe könne den britischen Stützpunkt Akrotiri auf Zypern nutzen, sagte er nach Gesprächen mit Hollande. Außerdem werde die britische Luftwaffe den Nato-Partner mit der Betankung französischer Flugzeuge in der Luft unterstützen. Weiter werde Großbritannien stärker Geheimdienstinformationen mit den europäischen Verbündeten teilen.

Im Video: Frankreich schickt Flugzeugträger ins Mittelmeer

Marine Nationale France

anr/AFP

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