Terroralarm Explosion in türkischer Hafenstadt - eine Verletzte

Wieder eine Explosion in der Türkei: Nach der Anschlagsserie vom Montag hat sich heute in der Hafenstadt Mersin eine Detonation ereignet. Eine Passantin wurde verletzt. Ein nach dem Attentat von Antalya festgenommener Verdächtiger ist wieder auf freiem Fuß.


Istanbul - Bei der Explosion eines Müllcontainers in der Stadt Mersin am östlichen Mittelmeer wurde eine 25-jährige Passantin am Arm verletzt, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Durch die Detonation wurden in der Umgebung Autos und Gebäude beschädigt. Im Zusammenhang mit der Explosion, deren Ursache noch nicht geklärt sei, sei eine Person festgenommen worden, hieß es weiter.

Erst am Sonntag und Montag hatte es in türkischen Urlaubsorten und Istanbul Bombenanschläge gegeben. Dabei waren drei Menschen getötet und etliche weitere verletzt worden. Unter den Verletzten waren auch deutsche Urlauber. Zu den Anschlägen bekannten sich kurdische Rebellen. Gestern drohten die "Freiheitsfalken Kurdistans" mit weiteren Attentaten. Sie stünden bereit, die Türkei in eine Hölle zu verwandeln, erklärten sie.

Bei der Suche nach Attentätern von Antalya stehen die Ermittler nach einem vermeintlichen ersten Fahndungserfolg anscheinend doch noch am Anfang. Ein als Verdächtiger festgenommener Händler wurde nach dem Verhör wieder freigelassen, wie türkische Medien heute berichteten. Der Mann hatte seinen Laden kurz vor dem Anschlag zehn Minuten früher als üblich geschlossen und deshalb Verdacht auf sich gezogen.

Ein zweiter Verdächtiger wurde heute noch gesucht. Dabei handelt es sich den Berichten zufolge um einen Mann Mitte 40, der nach der Explosion mit Schnittverletzungen an der Hand ins Krankenhaus gebracht worden war und dieses wieder verlassen hatte, ohne sich behandeln zu lassen.

In Marmaris protestierten heute Hunderte Demonstranten haben gegen die jüngste Anschlagswelle. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, entstand die Kundgebung aus einer Feier zum Jahrestag einer 1922 zurückgeschlagenen Invasion britischer, französischer, griechischer und italienischer Truppen in Marmaris. Die Teilnehmer hätten antikurdische Parolen gerufen.

phw/dpa/reuters/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.