Terroralarm im Staat Washington US-Polizei entdeckt Bombe an Paraderoute

Das FBI im US-Bundesstaat Washington jagt einen Bombenbauer. Einsatzkräfte entdeckten in der Stadt Spokane einen funktionsfähigen Sprengsatz, der an einer Strecke für eine Parade mit 1500 Teilnehmern deponiert war. Die Explosion hätte laut Ermittlern schweren Schaden anrichten können.


Spokane - Mit einer großen Parade wollten die Menschen in Spokane im US-Bundesstaat Washington den Martin-Luther-King-Tag feiern, 1500 Besucher nahmen an dem Umzug am Montag teil. Was kaum einer der Marschierenden mitbekam: Vor Beginn der Veranstaltung hatte die Polizei eine funktionstüchtige Rohrbombe in einem herrenlosen Rucksack entdeckt. Die Paraderoute wurde kurzfristig verlegt, etliche Gebäude in der Umgebung des Fundorts wurden geräumt.

Nach Angaben des US-Senders CNN lag der Schweizer-Armee-Rucksack auf einer Bank in der Innenstadt, Arbeiter hatten die Tasche entdeckt. Die Bundespolizei FBI teilte demnach mit, die örtliche Polizei habe Sprengstoffexperten zur Entschärfung herbeigerufen. Spürhunde und ein Roboter waren ebenfalls im Einsatz. Wäre die Bombe explodiert, hätte sie nach Einschätzung der Fachleute schweren Schaden anrichten können. Das FBI geht angesichts der potentiellen Sprengkraft davon aus, dass mehrere Menschen ums Leben gekommen wären.

Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch steckt, ist noch völlig unklar. Laut CNN befanden sich in dem Rucksack zwei T-Shirts, eins mit der Aufschrift "Treasure Island 2009", auf dem anderen steht "Stevens County Relay For Life June 25th-26th 2010". Bei letzterem handelt es sich um einen Spendenlauf im Bundesstaat Kansas zugunsten der US-Krebsgesellschaft American Cancer Society.

Die "New York Times" zitiert einen FBI-Mitarbeiter mit den Worten, die Fahnder gingen von einem Anschlagsversuch aus. "Ob rassistische Motive dahinterstecken oder möglicherweise eine Einzelperson das Ziel war, das können wir noch nicht sagen", teilte der Ermittler mit.

Der Feiertag zu Ehren des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King findet in den USA jedes Jahr am dritten Montag im Januar statt. King, bekannt unter anderem durch seine Rede "I Have a Dream", wurde 1968 in Memphis erschossen.

ffr

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
jp' 19.01.2011
1. ...
morgen werden sie sicher den täter haben :) aber nicht, weil ihre millionen kameras was gebracht haben, oder die 50 geheimdienste (und sonstige organisationen) erfolgreich waren, sondern weil der sicher seine visitenkarte im rucksack vergessen hat, oder zumindest eine telefonnummer hinterlegt hat.
KaplanK 19.01.2011
2. Fernbedienung
Wie sollte die Bombe eigentlich gezündet werden? War eine Fernzünde-Vorrichtung angebracht oder wollte der Täter da nochmal vorbeischauen? Werden jetzt weitere Nacktscanner installiert? ...
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