Strategien nach den Anschlägen in Paris So kämpft Europa gegen den Terror

Mehr Macht für die Geheimdienste, strengere Grenzkontrollen und Sicherheitsvorschriften: Nach den Attentaten von Paris wird in vielen EU-Ländern der Ruf nach schärferen Anti-Terror-Maßnahmen laut. Der Überblick.

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REUTERS

Berlin - Die bewegenden Bilder des Wochenendes wirken nach. Der Schweigemarsch von Paris vereinte Millionen Menschen im Protest gegen den Terror und in der Solidarität mit den Opfern der jüngsten Attentate. Staats- und Regierungschefs schritten voran, sie umarmten sich, hakten sich beieinander ein. Selten war so viel europäischer Geist spürbar.

Doch zugleich ringen viele EU-Länder um neue Strategien in der Terror-Abwehr und den Kampf gegen radikale Islamisten, in die Debatte mischen sich Rufe nach Änderungen im Asyl- und Zuwanderungsrecht.

Im Grundsatz geht es um die Fragen: Wie kann sich Europa vor Terroristen schützen - und wie viel Freiheit und Toleranz steht dabei auf dem Spiel? Sind strenge Regeln die einzige Lösung, oder muss man gerade jetzt die Errungenschaften der Europäischen Union beschwören?

In den Niederlanden gewinnen Rechtspopulisten Zulauf, in Dänemark sollen Geheimdienste mehr Geld bekommen, in Spanien erwägt man erweiterte Grenzkontrollen. Auch in Deutschland wird über schärfere Gesetze diskutiert. Nach den Anschlägen von Paris zeichnet sich eine klare Tendenz ab: In vielen EU-Staaten werden Forderungen nach härteren Maßnahmen im Anti-Terror-Kampf laut.

SPIEGEL ONLINE hat neun europäische Länder näher betrachtet: Wie reagieren sie auf die Attentate, welche politischen Konsequenzen könnten folgen? Und welche Signale sendet Brüssel? Klicken Sie auf die blau markierten Länder in der Europakarte!


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insgesamt 72 Beiträge
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Seite 1
donrealo 13.01.2015
1. Mit gemischten Gefühlen
betrachte ich den politisch motivierten Aktionismus und das populistische Inszenesetzen der Politgrandenn im Windschatten dieses islamistischen Terrorverbrechens. Vorsicht ist ebenfalls bei der Geamtbeurteilung der Geschehnisse geboten. Manchmal ist eben nicht das initielle Ereignis selbst, sondern das zu erwartende Echo darauf das wirkliche Ziel der Akteure.
m_ocean 13.01.2015
2. Das Übel an der Wurzel angehen....
ist der einzige Weg, wie man Probleme wie diese vermeiden oder lösen kann. Waffen, Geld, strengere Kontrollen werden nur sehr wenig bewirken. Das ist Marktschreierei. Es gilt die tatsächlichen Ursachen zu erkennen und diese zu lösen. Und diese liegen in unserem Denken, in unseren veralteten Gesellschaftsstrukturen - auch das veraltete Schulwesen und die Klassifizierung nach Noten und "Namen" tragen leider einen erheblichen Teil zu diesen Spannungen bei. Und mit Waffen kann man nicht Frieden schaffen, sondern nur Gewalt und Leid - das sollten wir aus der Geschichte gelernt haben.
hanseat89 13.01.2015
3.
Mehr wollten die doch nie, noch mehr "legalisierte" Überwachung. Frankreich hat schon eine extreme Überwachung aber gebracht hat es ihnen nichts! Erstaunlich übrigens dass die die DNA in 2 Stunden analysieren konnten, muss mit dem Fortschritt zusammenhängen ^^ Und Ausweise verliert man auch bei einer Flucht im Auto xD Ich lach mich scheckig über die ganze Farce, traurig nur dass so immer mehr die Freiheit aller eingeschränkt wird :(
hirsnemehism 13.01.2015
4. Ist Freiheit Illusion?
Es scheint fast so! Vor kurzem ging ein Aufschrei durch's Land, als das Ausmaß der allgemeinen Überwachung bekannt wurde. Jetzt scheint es, als würde vielen Menschen die Überwachung nicht weit genug gehen. Also doch eher "Sicherheit statt Freiheit"? In der Tat sind wir in vielen Ländern in der zwiespältigen Situation, uns, jeder für sich, gar nicht mehr selbst verteidigen zu können, nein, zu DÜRFEN! Was also bleibt, als sich unter noch weiter ausufernde und einschränkende Überwachung durch Regierungen zugunsten von vermeintlicher Sicherheit zu begeben? ...die natürlich trotzdem nicht garantiert werden kann... Ich fürchte, es wird außerordentlich schwer, da eine vertretbare Balance zu finden!
ole#frosch 13.01.2015
5. Woher kamen die Waffen?
Was mich nachdenklich macht, offenbar gibt es Möglichkeiten innerhalb des schengen Raums an schnellfeuer Waffen und Munition zu gelangen. Bisher waren es ja Anschläge mit selbstgebauten Sprengsätzen und mit Messern. Diesmal aber, waren die Attentäter mit Gewehren befaffnet. Dazu wünsche ich mir Aufklärung und strengere Kontrollen.
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