Qaida-Terror Türkei warnt vor Selbstmordanschlägen in Metropolen

Kurz vor der Syrien-Konferenz schlägt der türkische Geheimdienst Alarm: Qaida-nahe Terroristen planen angeblich Anschläge in großen Städten, um die Gespräche zu sabotieren. Gefährdet seien Hotels in Ankara, Istanbul und Hatay nahe der syrischen Grenze.

Skyline von Istanbul: Angst vor möglichen Vergeltungsschlägen
REUTERS

Skyline von Istanbul: Angst vor möglichen Vergeltungsschlägen

Von , Istanbul


Die Polizei in den türkischen Metropolen ist in Alarmbereitschaft. Dem türkischen Geheimdienst zufolge soll die mit al-Qaida verbundene Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) Selbstmordattentäter in die Türkei geschickt haben. Man rechne mit Anschlägen in der Hauptstadt Ankara, in Istanbul sowie in Hatay, einer Stadt unweit der Grenze zu Syrien.

Ziel der Extremisten sei es, die zweitägige Syrien-Konferenz im Schweizer Montreux zu stören. Die Gespräche beginnen am Mittwoch. Zu der Genf-II-Konferenz hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon geladen, um an einer Lösung für das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land zu arbeiten.

Man habe "festgestellt, dass 20 Isis-Mitglieder planen, Selbstmordanschläge in unserem Land zu organisieren", heißt es in einem Dokument, das der Nachrichtenagentur Dogan zugespielt wurde. Potentielle Ziele seien Hotels und Tagungszentren in diesen Städten, vor allem jene, in denen sich Mitglieder der syrischen Opposition aufhielten. Ermittlern liegt demnach eine Liste mit Zielen vor. Die Sicherheitskräfte würden nun entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, heißt es weiter in dem Papier.

Die Terrororganisation Isis hat bereits früher mit Anschlägen in der Türkei gedroht, sollte das Land die Grenzübergänge zu Syrien nicht wieder öffnen. Ankara hatte die Übergänge geschlossen, nachdem die Extremisten die Kontrolle über die Stadt Azaz in Syrien übernommen hatten.

Immer wieder Angst vor Bombenanschlägen

Die Türkei unterstützt in dem knapp drei Jahre währenden Konflikt in Syrien die Oppositionskräfte, die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Bis zur Grenzschließung wurden die gemäßigten Oppositionellen über die Türkei versorgt, medizinisch behandelt und versteckt.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs und insbesondere seit Erstarken von extremistischen Gruppen innerhalb der Opposition fürchtet die Türkei aber ein Übergreifen der Gewalt auf das eigene Territorium und eine Zunahme von Terroranschlägen. Im Mai 2013 starben bei Bombenanschlägen in der türkischen Grenzstadt Reyhanli 53 Menschen. Am Montag starben mindestens 16 Menschen durch zwei Autobomben, die an einem Grenzposten explodierten.

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Seite 1
TheBlind 21.01.2014
1.
Die Geister die ich rief... dürfte sich die türk. Regierung auf die Fahnen schreiben...
mhjduerr 21.01.2014
2. An der Bedrohung ist die Türkei mit Schuld!
Denn erst durch die großzügige Unterstützung aus den Golfstaaten und der Türkei an die syrischen Rebellen und Terroristen ist Syrien erst zu der Hochburg der Islamisten geworden welches es jetzt ist!
thm-1 21.01.2014
3. Mittelgute Idee
Oha, dann war es also gar nicht so schlau die Islamisten der Welt unbehelligt über über die türkische Grenze nach Syrien einsickern zu lassen? Da wird jetzt die Hand gebissen, die sie gefüttert hat.
seltenwichtig 21.01.2014
4.
... und weswegen lassen sie die Leute ungehindert die Grenze zu Syrien passieren? Damit unterstützt die Türkei die Terroristen doch.
aeronaut79 21.01.2014
5. Das ist also der Dank
Das ist also der Dank, den Al Kaida Türkei für ihre Dienste in Aussicht stellt. Seit dem Syrienkonflikt ist Türkei bemüht, möglichst viele europäische Moslems, die gegen Assad kämpfen wollen, über ihre Grenze gen Kampfgebiet zu bugsieren, um Assad innenpolitisch weiter zu schwächen und Türkei dort eines Tages zu installieren, wie vielleicht in Zypern. Dieses für europäische Moslems offene Einfallstor sollte Al Kaida und anderen Terrorclubs massiv Zulauf für ihren Kampf für Allah gebracht haben.
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