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Terrorbekämpfung: USA verbieten Tintenpatronen in Flugzeugen

Reisende dürfen ab sofort keine Druckerpatronen ab einem bestimmten Gewicht mehr an Bord von US-Flügen bringen. Damit reagiert die Regierung auf die versuchten Anschläge im Oktober. Auch die EU will Sicherheitslücken bei der Kontrolle von Luftfracht schließen.

Luftfracht: Strengere Kontrollen geplant Zur Großansicht
DPA

Luftfracht: Strengere Kontrollen geplant

Washington - Als Reaktion auf den Bombenfund in Frachtflugzeugen haben die USA am Montag die Sicherheitsbestimmungen für den Flugverkehr verschärft. Auf internationalen Flügen mit Ziel USA dürften Passagiere ab sofort keine Tintenpatronen für Computerdrucker von mehr als 16 Unzen (etwa 450 Gramm) mehr mitnehmen, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano in Washington. Die Ende Oktober gefundenen Sprengsätze waren in präparierten Computerdruckern aus dem Jemen entdeckt worden.

Die US-Regierung dehnte zudem das Verbot von Frachtflügen aus dem Jemen in die USA auf Somalia aus. Generell werde ab sofort kein "Hochrisiko-Frachtgut" als Zuladung auf Passagierflügen zugelassen, sagte die Ministerin. Post- und Frachtsendungen müssten einzeln geprüft werden. Es würden nur noch Sendungen mit "etablierten Frachtunternehmen" in die USA gelassen. Die Bestimmungen träten mit sofortiger Wirkung in Kraft, so Napolitano.

Auch die EU will Sicherheitslücken bei der Kontrolle der Luftfracht schließen. In erster Linie müsse die Sicherheit an Flughäfen in Drittstaaten verbessert werden, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere nach dem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel. Eine Arbeitsgruppe der Innen- und Verkehrsminister soll nun gemeinsam mit der EU-Kommission Vorschläge dazu vorlegen.

Zuständigkeiten bei der Luftfracht neu ordnen

Einigkeit habe unter den Innenministern außerdem geherrscht, die bisher zersplitterten Zuständigkeiten für die Luftfrachtsicherheit neu zu ordnen. Ende Oktober waren in Großbritannien und Dubai in Flugzeugen Sprengstoffpakete aus dem Jemen sichergestellt worden, die an jüdische Einrichtungen in die USA adressiert waren.

Eine der Paketbomben war auf dem Flughafen Köln-Bonn umgeladen worden. Sie wurde nur nach Hinweisen der Sicherheitsbehörden rechtzeitig gefunden, aber nicht durch Kontrollen.

jok/Reuters/AFP

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Forum - Sicherheit - müssen die Kontrollen für Menschen und Gepäck verschärft werden?
insgesamt 240 Beiträge
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1. -
derflieger 06.11.2010
Das Luftfracht bisher nur skandalös ungenügend geprüft wurde, ist jetzt ja wohl klar. Ich wundere mich, das nicht schon längst alles, was aus dem arabischen Raum kommt, doppelt geprüft wird. Nun hat sich Al Qaida ja auch dazu bekannt, dass der Absturz eines fast neuen UPS Fracht-Jumbos in Dubai vor 2 Monaten ihr Werk war. Ob das jetzt Trittbrettfahrerei ist, Angstmacherei oder die Wahrheit, sei dahingestellt. Die Untersuchungskommission hatte aber vor wenigen Tagen einen Sprengstoffanschlag noch dementiert (was natürlich auch Taktik sein kann). Von dem mysteriösen Lufthansa-Frachter-Crash in den Emiraten ist ja auch nichts zu hören. Es wäre interessant, hier den letzten Stand zu erfahren.
2.
atock 06.11.2010
Zitat von derfliegerDas Luftfracht bisher nur skandalös ungenügend geprüft wurde, ist jetzt ja wohl klar. Ich wundere mich, das nicht schon längst alles, was aus dem arabischen Raum kommt, doppelt geprüft wird. Nun hat sich Al Qaida ja auch dazu bekannt, dass der Absturz eines fast neuen UPS Fracht-Jumbos in Dubai vor 2 Monaten ihr Werk war. Ob das jetzt Trittbrettfahrerei ist, Angstmacherei oder die Wahrheit, sei dahingestellt. Die Untersuchungskommission hatte aber vor wenigen Tagen einen Sprengstoffanschlag noch dementiert (was natürlich auch Taktik sein kann). Von dem mysteriösen Lufthansa-Frachter-Crash in den Emiraten ist ja auch nichts zu hören. Es wäre interessant, hier den letzten Stand zu erfahren.
lasst euch doch nicht verarschen... die "gefahr" vor el kaida und ähnlichen terrorgruppen ist doch lcherlich gering. im gegensatz zum finanzdesaster,der gefahr vor dem atomaren kollaps und der umweltverschmutzung. wie sehr die verhältnissmässigkeiten aus dem ruder laufen zeigt doch das alle möglichen sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollen... irrationale panik,paranoia wird von unseren presseverbrechern geschürt. was würde denn tatsächlich noch an wahnsinnigen, überreaktionen gestarteterden können,wenn es tatsächlich zu opfern kommen würde? "angst fressen seele auf" die seele wird von denen da oben geleitet. ein verdächtiges paket,kommt in die schlagzeilen. die wirklichen gefahren für unsere nation,wird verbrecherisch von den indoktrinierten medien bewusst verschwiegen...
3. Schwarze Liste?
Sapientia 06.11.2010
Zitat von sysopDie Terrorerfahrungen der jüngsten Zeit zeigten Schwachstellen im internationalen Reise- und Frachtverkehr auf. Kann mehr Sicherheit künftig nur durch verschärfte Kontrollen erreicht werden?
Was für ein Dilettantismus? Wer gibt mit welcher Authorisierung wann was für eine Liste, die nach welchen Kriterien nach welcher Aktualisierbarkeit erstellt wurde? Stochern dort wieder für unsere Steuergelder irgendwelche "Spezialisten" im Dunkeln und gerieren sich in der Öffentlichkeit als Weitsichtige? Es liegt doch in der Natur des Terrorosmus, dass dieser sich fliessend wie eine Amöbe immer gerade darauf einstellt in das Loch vorzustoßen, wo der Staatsakt die wenigsten Gefahren vermutet. Mögen sich an den Fluggepäckverschärfungen noch sonstwie viele Karrieren hochranken, eine Antwort ist es nicht und weniger hypothetische Gefahr besteht natürlich auch nicht. Es wird sich nur hierzulande allein im Hinblick auf Parteiinteressen abgesichert, falls etwas passieren sollte - um die eigentliche Sicherheit der Menschen in diesem Lande geht es doch genauso wenig wie um ein inneres Interesse am Volkswohl - also was soll´s?
4. Der Text aus dem Artikel ist doch symptomatisch für Aktionismus
jocurt1 06.11.2010
Zitat von sysopDie Terrorerfahrungen der jüngsten Zeit zeigten Schwachstellen im internationalen Reise- und Frachtverkehr auf. Kann mehr Sicherheit künftig nur durch verschärfte Kontrollen erreicht werden?
"... Hamburg - Die Bundesregierung will möglichst bald schärfere Regelungen zur Verbesserung der Luftfrachtkontrolle beschließen. Das Bundesverkehrs- und das Bundesinnenministerium erwägen nach SPIEGEL-Informationen sogenannte schwarze Listen für Flughäfen, auf denen nicht nach westlichen Standards kontrolliert wird. Sendungen von diesen Airports sollen dann stärker untersucht werden. ..." Also werden Sendungen von Airports, wenn man Sie dann STÄRKER kontrollieren will, in der Regel also bisher schwach kontrolliert. Und, es ist doch wohl kein Problem, seinen Paketversand von einem SICHEREN anderen Land auszuführen. Deutschland beispielsweise. Damit bringt die Aussonderung UNSICHERER Airports außer Aktionismus also nicht viel. Irgendwann ist jeder Airport ausgesondert. Wer schon mal an diversen Airports die Personenkontrollen für Flughafenpersonal beobachtet hat, mal nicht zu reden von dem, was man sich dann an den nicht für Passagiere einsehbaren Personalzugängen abspielt, sollte doch wissen, das die ganze Passagierkontrolle auch nur Aktionismus ist. Selbst den Warenlieferungen an die Duty Free wird ja wohl mißtraut, denn beim Umsteigen büsst man seine teuer erworbenen "Flüssigkeiten" auch wieder ein. Wenn man also nicht mal den Warenzugang zu den Shops kontrollieren kann, was bitte dann. Es scheint mir eine gutgeschmierte Angstindustrie, die hier läuft. Real aber nichts bringen kann.
5. Stasi 3.0
Tobur 06.11.2010
In einem Fünf-Punkte-Katalog für die EU verlangt sein Haus, dass die Sicherheitsbehörden zukünftig elektronisch Zugriff auf die Datenbanken der Logistikkonzerne inklusive der Absender, Adressaten und Deklarierung der Fracht erhalten müssten. So sollen verdächtige Sendungen identifiziert und strikter kontrolliert werden. Hat Herr Thomas de Maizière da Tipps von seinem Cousin bekommen? Das 1x1 des Rechte beschneidens. Es hat die Regierung absolut gar nichts anzugehen was Person A zu Person B schickt. Niemand darf meine Briefe lesen, also hat auch niemand ungefragt Zugriff auf derartige Daten. Wir haben Zollkontrollen, wir haben Sicherheitskontrollen. Wenn die nicht reichen, dann muss man das Personal besser schulen und die Geräte verbessern. Kein Terrorist der Welt wird auf eine Paketsendung "Bombe" schreiben. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ein Terrorist nicht seine richtigen Personendaten angibt. Also was will die Regierung mit den Daten? Wenn ein Paket auffällig ist, dann kann immer noch nachgeforscht werden, wer der Absender war. Die Daten müssen dann natürlich vom Unternehmen rausgegeben werden. So wäre das aber nur weitere Datensammelwut und wir werden wieder unter Generalverdacht gestellt. Das klingt nicht nach Demokratie.
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