Terrorgefahr Hessens Innenminister warnt vor Massen-Geiselnahmen

Der hessische Innenminister Bouffier warnt vor Massen-Geiselnahmen und Anschlägen, mit denen Islamisten den Bundestagswahlkampf beeinflussen wollen. Der Staat müsse "auf alles vorbereitet sein".


Berlin - "Wir müssen jedes Szenario in Betracht ziehen und uns entsprechend vorbereiten", sagte Volker Bouffier der "Bild"-Zeitung. "Es hat nichts mit Panikmache, aber sehr viel mit Vorsorge zu tun, wenn sich die Polizeien von Bund und Ländern auch auf die Möglichkeit einer Massen-Geiselnahme vorbereiten." Der CDU-Politiker bestätigte, das die GSG 9 und Sondereinsatzkommandos (SEK) der Länder bereits für den Fall von Massengeiselnahmen trainieren.

Innenminister Bouffier: "Jedes Szenario in Betracht ziehen"
ddp

Innenminister Bouffier: "Jedes Szenario in Betracht ziehen"

Bouffier sagte, alle vorliegenden Erkenntnisse sprächen dafür, dass islamistische Terroristen den Bundestagswahlkampf spektakulär nutzen wollten, um mit Anschlägen den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu erzwingen. "Wir wissen nicht, wann und wo sie zuschlagen werden." Aber Deutschland stehe eindeutig im Fadenkreuz. Als Sprecher der Unions-Innenminister sagte Bouffier, die Sicherheitsbehörden müssten jedes Szenario in Betracht ziehen und sich entsprechend vorbereiten.

Auf die Frage, wie hoch er die Gefahr eines Anschlags auch mit radioaktiv verseuchtem Material - einer sogenannten schmutzigen Bombe - einschätze, sagte Hessens Innenminister: "Es gibt eindeutige Erkenntnisse, dass al-Qaida massiv Schaden anrichten will. Deshalb gilt auch hier: Nichts ausschließen, sondern auf alles vorbereitet sein."

Der CDU-Politiker sprach sich erneut für einen Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren aus. Bouffier bekräftigte die Forderung der Union nach klaren Regeln für gemeinsame Einsätze und Übungen von Polizei und Militär. "Bei Gefahr im Verzug muss es möglich sein, dass es zum Beispiel direkten Funkkontakt der Einsatzleitung zum Piloten eines Abfangjägers gibt und man sich nicht mit Händewinken verständigen muss", sagte er.

jjc/ddp/Reuters



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