Terrorismus Deutsche Geisel Hannelore Krause im Irak freigelassen

Eine der beiden im Irak entführten deutschen Geiseln ist frei. Außenminister Steinmeier teilte mit, Hannelore Krause befinde sich in der Obhut der Deutschen Botschaft in Bagdad. Ihr Sohn ist weiter in den Händen der Kidnapper.


Hamburg - "Für Frau Hannelore Krause ging nach 155 Tagen die Geiselhaft zu Ende", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Krause kam den Angaben nach gestern Nachmittag frei. Sie befinde sich in der Obhut der Deutschen Botschaft in Bagdad. "Wir sind erleichtert und freuen uns mit der Familie." So groß die Erleichterung über die Freilassung aber auch sei, "so bleibt doch die drängende Ungewissheit über das Schicksal ihres Sohnes, der sich weiter in Geiselhaft befindet", so Steinmeier.

Sinan und Hannelore Krause: Die Geiselnehmer veröffentlichen am 10. März diese Aufnahme der beiden Verschleppten
AP / IntelCenter

Sinan und Hannelore Krause: Die Geiselnehmer veröffentlichen am 10. März diese Aufnahme der beiden Verschleppten

Es werde weiterhin alles getan, um auch die Freilassung des Sohnes zu erreichen, sagte der Minister. Zu den Umständen der Freilassung sagte Steinmeier nichts; auch zu den Hintergründen der Geiselnahme machte er keine Angaben.

Die seit Jahren im Irak lebende Hannelore Krause, 61, und ihr Sohn Sinan, 20, waren am 6. Februar 2007 aus ihrem Haus im Bagdader Stadtteil Ghazalija verschleppt worden. Ihre Entführer hatten sich unter dem Namen "Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit" gemeldet und in zwei Videobotschaften mit der Hinrichtung ihrer Geiseln gedroht, sollte Deutschland nicht rasch seine Truppen aus Afghanistan abziehen. Mehrere Ultimaten der Geiselnehmer an die Bundesregierung verstrichen jedoch.

asc/flo/AFP/dpa/AP/Reuters/ddp



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