Terrorismus Frankreich warnt vor Zäpfchenbomben

Der Terrorplot alarmiert Frankreichs Polizei: Bei einem Selbstmordattentat im vergangenen August in Saudi-Arabien war die Bombe französischen Experten zufolge im Körper des Mannes versteckt. Die Sicherheitskräfte stehen vor einem Problem - wie soll derart versteckter Sprengstoff aufgespürt werden?


Paris - Frankreich hat seine Sicherheitskräfte vor einer möglichen Gefahr durch im Körper von Attentätern verstecktem Sprengstoff gewarnt. Ende August sei in Saudi-Arabien ein Anschlag durch einen Selbstmordattentäter möglicherweise erstmals auf diese Weise verübt worden, teilten Anti-Terrorexperten am Montagabend in Paris mit. Die Polizei sei deshalb zu erhöhter "Wachsamkeit" aufgerufen worden. Allerdings gebe es "keine unfehlbare Methode, den Sprengstoff aufzuspüren", wenn er im Körper versteckt sei.

Die französischen Terrorermittler beziehen sich auf einen Anschlag gegen den stellvertretenden saudischen Innenminister Mohammed Bin Najef Bin Abdel Asis am 27. August. Laut den Behörden vor Ort sei dabei eine "im Körper versteckte Bombe" eingesetzt worden. Während der Attentäter durch die Explosion getötet worden sei, habe der für den Anti-Terrorkampf zuständige Vize-Minister nur leichte "oberflächliche Verletzungen" erlitten. Zu dem Anschlag hatten sich damals die Taliban bekannt.

Derzeit gebe es "aber keine Sicherheit über die Vorgehensweise", sagte ein französischer Anti-Terrorermittler. Es sei noch nicht abschließend geklärt, ob dabei tatsächlich eine Zäpfchenbombe oder ein anderweitig im Körper des Attentäters versteckter Sprengstoff eingesetzt worden sei. "Es ist möglich, dass er mit einem Sprengstoffgürtel ausgestattet war."

hen/AFP



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