"Global Terrorism Index" Zahl der Terroranschläge nimmt dramatisch zu

Im Jahr 2013 hat es achtmal mehr Terroranschläge gegegeben als noch 13 Jahre zuvor. Gefördert hat diese Entwicklung einer Studie zufolge offenbar vor allem der Irakkrieg.


Hamburg - In keinem der vergangenen 13 Jahre gab es so viele Terroranschläge wie 2013. Das geht aus einer Studie des "Institute for Economics and Peace" hervor. Laut dem sogenannten Global Terrorism Index gab es im Jahr 2000 weltweit ungefähr 1500 Anschläge - 2013 waren es demnach etwa 10.000.

Von Terrorismus am schlimmsten Betroffen sind Krisenregionen in Afrika und Asien, in denen islamistische Organisationen gut vernetzt sind und in denen es regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen kommt: 60 Prozent der Anschläge ereigneten sich 2013 in Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Syrien und im Irak. Deutschland steht in dem Ranking auf Rang 83 von 163 - 13 Jahre zuvor nahm die Bundesrepublik noch Platz 57 ein.

Insgesamt kamen dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr bei terroristischen Angriffen fast 18.000 Menschen weltweit ums Leben. Am heftigsten betroffen war 2013 der Irak, wo bei rund 2500 Attacken binnen einem Jahr 6.362 Menschen getötet wurden. Folgende Terrorgruppen haben die meisten Menschen getötet: die Taliban, die nigerianische Gruppe Boko Haram, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und das Netzwerk Al-Kaida.

Der Bericht liefert auch Erklärungsansätze für die Zunahme: Der Index zeigt auf, dass vor allem die US-Außenpolitik in den Regierungsjahren des damaligen Präsidenten George W. Bush mit einer deutlichen Zunahme terroristischer Anschläge einhergegangen ist. "Der Anstieg an terroristischen Aktivitäten fällt zusammen mit der US-Invasion im Irak", schließt der Bericht ab.

Unter Führung der USA hat es seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Interventionen von internationalen Militärbündnissen unter anderem in Afghanistan, im Irak und zuletzt gegen den IS auch in Syrien gegeben.

Mit am deutlichsten hat sich die Position der Vereinigten Staaten in dem Terror-Ranking seit dem Jahr 2000 verändert: Zuletzt lagen die USA auf dem 30. Platz - 13 Jahre zuvor hatte das Land die Liste noch angeführt.

mxw



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