Terrorismus Mutmaßliches Qaida-Mitglied arbeitete in US-Atomanlagen

Allein der Verdacht rüttelt US-Behörden auf: Konnte ein Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida jahrelang in US-Kernkraftwerken ein und aus gehen? Ein im Jemen festgenommener Terrorist hat in sechs Atomanlagen gearbeitet. Nun wird geprüft, zu welchen Bereichen er Zugang hatte.

Atomkraftwerk in Pennsylvania: Brennstoffe sind streng bewacht
AFP

Atomkraftwerk in Pennsylvania: Brennstoffe sind streng bewacht


New York - Ein derzeit im Jemen inhaftiertes mutmaßliches Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida hat jahrelang in insgesamt sechs US-Atomanlagen gearbeitet. US-Behörden prüfen nun, ob er Zugang zu sensiblen Informationen hatte, die für Terroristen wertvoll sein könnten.

Scharif Mobayli habe von 2002 bis 2008 in Kernkraftwerken in New Jersey, Pennsylvania und Maryland gearbeitet. Dort habe er vor allem Zulieferungen transportiert und Gerüste aufgebaut. Ein Sprecher der staatlichen Atomaufsicht sagte, es werde nun untersucht, in welchen Bereichen sich Mobayli bewegt hat. Er merkte aber an, dass die nuklearen Brennstoffe streng bewacht würden und ein Arbeiter normalerweise keinen Zugang zu Sicherheitsinformationen oder anderen sensiblen Dingen habe.

Mobayli hatte am vergangenen Sonntag bei einem Fluchtversuch aus einem Gefängniskrankenhaus in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa einen Wachmann getötet und einen weiteren schwer verletzt. Nach Angaben des jemenitischen Verteidigungsministeriums gehört er dem Terrornetzwerk al-Qaida an und ist in mehrere Terroranschläge verwickelt.

Mobayli wurde niemals als "Risikoperson" eingestuft

Über die Nationalität des Verdächtigen gab es unterschiedliche Angaben. Das jemenitische Verteidigungsministerium schreibt auf seiner Internetseite, Mobayli sei somalischer Abstammung und habe auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Deutsche Behörden und die jemenitische Polizei gehen dagegen davon aus, dass Mobayli ein US-Amerikaner ist, der auch die jemenitische Staatsbürgerschaft besitzt.

Offenbar hatte sich Mobayli in den US-Atomkraftwerken nie verdächtig benommen. Er habe die notwendigen Sicherheitsuntersuchungen durchlaufen und sei niemals als "Risikoperson" eingestuft worden, erklärte die Atomaufsicht. Zu den Untersuchungen gehört, dass ein krimineller Hintergrund ausgeschlossen werden muss. Anwärter auf einen Job in Atomanlagen werden außerdem auf Drogenkonsum hin getestet und von Psychologen begutachtet. Zudem wird die Identität überprüft.

Trotzdem löst der Fall Sorgen aus: Edwin Lyman von der Union of Concerned Scientists, die über die amerikanische Industrie wacht, sagte, es müssten nun Fragen zur Sicherheit in Atomkraftwerken gestellt werden. "Die Frage ist doch: Gab es Informationen, die die Atomaufsicht hätte sehen können und die zum Ausschluss von Mobayli geführt hätten?"

bim/AFP/AP



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Seite 1
Tyxaro, 13.03.2010
1. so langsam...
sollte auch der letzte begriffen haben, das Amerika uns mit ihren komischen Terrorismus nur noch verarscht. Anscheind gehört es zum guten Ton, das man in wichtigen Positionen erstmal die Bewerber aus dem nahen Osten nimmt, um dann nachher rum zu heulen, das sie von ihnen angegriffen werden. Naja wundern tut mich schon lange nix mehr
postcat 13.03.2010
2. Sicherheit im Atomaren Bereich
Zitat von sysopAllein der Verdacht rüttelt US-Behörden auf: Konnte ein Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida jahrelang in US-Kernkraftwerken ein und aus gehen? Ein im Jemen festgenommener Terrorist hat in sechs Atomanlagen gearbeitet. Nun wird geprüft, zu welchen Bereichen er Zugang hatte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,683386,00.html
Ich bezweifle, dass das die letzte Überraschung zum Thema potentielle Saboteure im Bereich Atomforschung und -anwendung war. Ohne, dass man gleich einen ständigen Verfolgungswahn durch Terroristen entwickeln muss, sollte man bei Auswahl und Prüfung der Mitarbeiter in diesem sensiblen Bereich sehr sorgsam sein. Chamäleons und Maulwürfe wie Nato-"Topas" in den 80ern verdienen gern mal ein bischen Kupfercents dazu!
Sebastian2212 13.03.2010
3. Klar doch...
Zitat von Tyxarosollte auch der letzte begriffen haben, das Amerika uns mit ihren komischen Terrorismus nur noch verarscht. Anscheind gehört es zum guten Ton, das man in wichtigen Positionen erstmal die Bewerber aus dem nahen Osten nimmt, um dann nachher rum zu heulen, das sie von ihnen angegriffen werden. Naja wundern tut mich schon lange nix mehr
1. kann mach sich einmal überlegen was wirklich schlimmer ist: ein al-Qaida-Anhänger als Arbeiter im Kernkraftwerk, oder die Alternative: Nämlich der systematische Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen am Arbeitsmarkt - alleine wegen eines vagen Verdachts/ bzw. der Zugehörigkeit zu einer Religion...genau DAS passiert in den USA offenbar nicht 2. wer sagt ihnen eigentlich, dass es sich um "einen Bewerber" aus dem Nahen Osten und nicht um eine in den USA geborene und aufgewachsene Person gehandelt hat? 3. wundert mich auch schon lange nix mehr, außer der Hartnäckigkeit des Irrtums, man müsste besonders dumm, besonders naiv und besonders unfähig sein, um Anhänger von al-Qaida - bzw. irgendeiner anderen Terrorgruppe der Weltgeschichte - zu sein... Das komplette Gegenteil ist der Fall...und deswegen ist es auch kein allzu großes Wunder, dass es al-Qaida-Mitglieder bei CERN(http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article6868246.ece) ,oder in US-Kraftwerken gibt
Pnin_ 13.03.2010
4. Einstellungsstopp bei Moslems
Fuer Moslems sollte genereller Einstellungssstopp in sensiblen Bereichen wie Sicherheitskontrollen an Flughaefen, Kernkraftwerken etc. gelten, dann kann auch nicht passieren.
keinzeitungsleser 13.03.2010
5. Boulevard
Zitat von sysopAllein der Verdacht rüttelt US-Behörden auf: Konnte ein Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida jahrelang in US-Kernkraftwerken ein und aus gehen? Ein im Jemen festgenommener Terrorist hat in sechs Atomanlagen gearbeitet. Nun wird geprüft, zu welchen Bereichen er Zugang hatte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,683386,00.html
Wie schrecklich, da machen wir uns natürlich alle wieder Sorgen! Es ist gut, regelmässig an 'al-Qaida' (wer war das noch mal?) erinnert zu werden.
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