San Francisco - Der Fall beschäftigt seit Jahren die amerikanische Justiz - und es ist noch nicht vorbei. Ein Bundesberufungsgericht in Kalifornien hat die 22-jährige Haftstrafe für den Algerier Ahmed Ressam erneut für zu milde befunden und aufgehoben. Bereits vor zwei Jahren waren drei Richter zu dieser Entscheidung gekommen. Ihr Urteil wurde nun von einem 11-köpfigen Richtergremium bestätigt, berichtete die "Los Angeles Times" am Montag. Der heute 44 Jahre alte Ahmed Ressam müsse zum Schutz der nationalen Sicherheit zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt werden, hieß es unter anderem zur Begründung.
Ein Bundesrichter in Seattle (US-Bundesstaat Washington) hatte Ressam im Jahr 2005 zu 22 Jahren Haft verurteilt. Seitdem geht der Fall durch die Instanzen. Das Gericht in Seattle muss nun ein neues Strafmaß festsetzen.
Eine Jury hatte den Mann im April 2001 wegen Verschwörung zu Terroranschlägen sowie Besitzes und Transports tödlicher Explosivstoffe schuldig gesprochen. Weil er sich zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereiterklärte, wurde sein Strafmaß damals reduziert. Nach zwei Jahren stellte er die Zusammenarbeit allerdings ein. Ressam sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Staat Colorado ein.
Im Dezember 1999 war er bei der Einreise aus Kanada in die USA festgenommen worden. In seinem Mietwagen fand die Polizei Sprengstoff und Zündvorrichtungen für drei große Bomben. Der sogenannte "Millennium Bomber" plante unter anderem einen Sprengstoffanschlag auf den Flughafen von Los Angeles in der Silvesternacht 2000. Ressam hatte eine Ausbildungslager des Terrornetzwerks al-Qaida besucht.
ler/dpa/dapd
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