Terrorismus US-Gericht spricht pakistanische Wissenschaftlerin schuldig

Für ein Gericht in New York steht fest, dass Aafia Siddiqui US-Soldaten in Afghanistan töten wollte. Die Richter haben die pakistanische Wissenschaftlerin schuldig gesprochen - ein Strafmaß wurde noch nicht verhängt.


New York - Das Terrorismusverfahren gegen eine pakistanische Wissenschaftlerin vor einem New Yorker Gericht ist mit einem Schuldspruch zu Ende gegangen. Das US-Bundesgericht sah es in seinem am Mittwoch ergangenen Urteil als erwiesen an, dass die in den USA ausgebildete Neurowissenschaftlerin Aafia Siddiqui versucht hatte, US-Soldaten in Afghanistan zu töten.

Siddiqui war im Juli 2008 in Afghanistan festgenommen und auf einer Polizeiwache verhört worden; dort habe sie versucht, anwesende US-Soldaten zu töten. Ein Strafmaß wurde noch nicht verhängt.

Die Verteidiger hatten vor Gericht geltend gemacht, dass die 37-jährige Pakistanerin geistig nicht zurechnungsfähig sei. Zudem stellten sie in Frage, dass ihre Mandantin bei dem Vorfall auf der Polizeiwache überhaupt einen Schuss abgefeuert habe. Siddiqui hatte den USA während des Verfahrens vorgeworfen, sie in einem Geheimgefängnis festgehalten zu haben. Wegen Zwischenrufen war sie des Gerichtssaals verwiesen worden.

Siddiqui stammt aus der pakistanischen Metropole Karatschi und hat am Massachusetts Institute of Technology, einer der renommiertesten Hochschulen in den USA, studiert. 2004 nahmen sie die US-Behörden auf eine Liste von Personen auf, die Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida unterhalten könnten.

hen/AFP



Forum - Soll der Westen in Afghanistan mit den Taliban zusammenarbeiten?
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akolyth2 23.01.2010
1. Zusammenarbeit
Dies ist vollkommen undenkbar. Eine Erhöhung der Militärpräsenz und eine Ausweitung der militärischen Maßnahmen in Zahl, Intensität und Härte sind die einzigen angezeigten Mittel.
Panslawist 23.01.2010
2.
Zitat von sysopÜber die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?
Gestern Russlands Mahnung zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus und heute die Frage nach einer Zusammenarbeit mit den Taliban. Der geneigte Forist mag sich an meine Voraussage bezüglich des kommenden Konflikts zwischen der Nato auf der einen und Russland und China auf der anderen Seite erinnern. Ein möglicher Konflikt zwischen Pakistan und Indien wird der beginn für den grossen Kriegt sein.
Peter Uhlemann 23.01.2010
3.
Zitat von sysopÜber die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?
Eindeutig ja. Um diesen unseligen Krieg endlich zu beenden und zu einer Lösung zu kommen, mit der alle leben können, müssen alle Kräfte in Afghanistan eingebunden werden, auch die "Taliban". Die "Taliban" zu vernichten wird nicht gelingen, nicht heute, nicht morgen, nicht in 100 Jahren.
natterngesicht 23.01.2010
4.
Zitat von sysopÜber die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?
Ja was denn sonst? Schließlich gibt es genug gemäßigte Taliban. Der Westen kann nichts von oben bestimmen, die einheimischen Politiker und Eliten sind zuständig. Und dazu gehören nun mal die Taliban (übersetzt heißt Taliban: Theologe, jemand der sich in Glaubensdingen anstrengt bzw bemüht. Quasi ein Theologiestudent. "Freedom & democracy" ist nur eine andere Theologie. Der Islam hat natürlich bessere Karten bei den Einheimischen.)
natterngesicht 23.01.2010
5.
Zitat von Peter UhlemannEindeutig ja. Um diesen unseligen Krieg endlich zu beenden und zu einer Lösung zu kommen, mit der alle leben können, müssen alle Kräfte in Afghanistan eingebunden werden, auch die "Taliban". Die "Taliban" zu vernichten wird nicht gelingen, nicht heute, nicht morgen, nicht in 100 Jahren.
Wer die Taliban vernichten will, der will die meisten Afghanen vernichten. Warum sollte das jemand wollen, außer vielleicht Bush, der wußte, wer oder was böse ist.
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