Terrorismus: USA warnen vor Biowaffen-Anschlägen

Es ist eine beunruhigende Nachricht: Die Gefahr von Terroranschlägen mit Biowaffen ist aus Sicht der USA größer denn je. Außenministerin Clinton mahnte die Staatengemeinschaft bei einer Uno-Konferenz, sich stärker gegen mögliche Attacken zu wappnen: "Die Warnzeichen sind zu ernst."

US-Außenministerin Clinton: "Eine schmutzige Waffe kann leicht hergestellt werden" Zur Großansicht
REUTERS

US-Außenministerin Clinton: "Eine schmutzige Waffe kann leicht hergestellt werden"

Genf/Berlin - Terroranschläge mit Biowaffen sind ein Schreckensszenario, das man bislang vor allem aus dem Kino kennt. Doch nach Einschätzung der USA ist die Gefahr realer denn je. Fortschritte in Wissenschaft und Technik könnten es auch Terroristen relativ leicht machen, solche Waffen zu entwickeln, warnte Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch in Genf. Zugleich lehnte sie eine von vielen Staaten befürwortete Vereinbarung ab, die nationale Laboreinrichtungen internationalen Kontrollen unterstellen würden. Allerdings sollen ausgewählte Partner derartige US-Einrichtungen besuchen dürfen.

"Eine schmutzige, aber effektive terroristische Waffe kann mit ein paar leicht zu besorgenden Krankheitserregern, billiger Ausrüstung und Schulwissen in Chemie und Biologe hergestellt werden", sagte die Ministerin bei der diesjährigen Uno-Konferenz zur Überprüfung der Konvention über das Verbot biologischer Waffen. "Die Warnzeichen sind zu ernst, sie zu ignorieren." So habe die Terrororganisation al-Qaida vor weniger als einem Jahr Sympathisanten mit Fachkenntnissen aufgerufen, bei der Entwicklung von Biowaffen zu helfen.

Kapazitäten zur Entdeckung und Bekämpfung von Biowaffen-Attacken müssten auf nationaler wie internationaler Ebene verstärkt werden, forderte Clinton. Die USA hätten ihre Abwehrmaßnahmen verbessert seit Präsident Barack Obama vor zwei Jahren eine Strategie gegen biologische Bedrohungen in Gang gesetzt habe. Sie würden auch vielen anderen Ländern helfen, Forschungslabors sicherer zu machen, aus denen Material zur Kampfstoffherstellung entwendet werden könnte.

Ein Zusatzprotokoll zur 1975 verabschiedeten Biowaffen-Konvention, das Kontrollen von Labors vor Ort ermöglichen würde, hält Washington jedoch nicht für sinnvoll. "Die Vereinigten Staaten bleiben überzeugt, dass es angesichts der Eigenheiten der Biowaffen-Technologie nicht möglich wäre, ein System der Verifizierung zu errichten, das diese Zielstellung erreichen würde." Die USA würden aber 2012 "einige Vertragspartner der Konvention zur Besichtigung von Anlagen für die biologische Verteidigung einladen".

Die Biowaffen-Konvention, der sich bislang mehr als 150 Staaten angeschlossen haben, verbietet abgesehen vom Einsatz biologischer Waffen auch deren Herstellung und Lagerung. Forschungen zur Abwehr von Biowaffen-Angriffen sowie die Herstellung von Impfstoffen sind jedoch erlaubt.

vme/dpa

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1. Wer hat sie zuerst gebaut?
tucku 07.12.2011
Zitat von sysopEs ist eine beunruhigende Nachricht: Die Gefahr von Terroranschlägen mit Biowaffen ist aus Sicht der USA größer denn je. Außenministerin Clinton*mahnte die Staatengemeinschaft*bei einer Uno-Konferenz, sich stärker gegen mögliche Attacken zu wappnen: "Die Warnzeichen sind zu ernst." Terrorismus: USA warnen vor Biowaffen-Anschlägen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802342,00.html)
Und wer hat's nachgemacht, der soll sich nicht wundern, wenn sie in seinem eigenen Land eingesetzt werden.
2. Klopf, klopf....
batmanmk 07.12.2011
"Zugleich lehnte sie eine von vielen Staaten befürwortete Vereinbarung ab, die nationale Laboreinrichtungen internationalen Kontrollen unterstellen würden. Allerdings sollen ausgewählte Partner derartige US-Einrichten besuchen dürfen." Man munkelt, dass "ausgewählte Partner" selbst nordkoreanische Atomforschungseinrichtung besuchen dürfen. So z.B. der Neffe von Kim il Sung oder sein Leibkoch. Beide handverlesene Menschen könnte man sagen.
3.
kinich_janaab 07.12.2011
Zitat von sysopEs ist eine beunruhigende Nachricht: Die Gefahr von Terroranschlägen mit Biowaffen ist aus Sicht der USA größer denn je. Außenministerin Clinton*mahnte die Staatengemeinschaft*bei einer Uno-Konferenz, sich stärker gegen mögliche Attacken zu wappnen: "Die Warnzeichen sind zu ernst." Terrorismus: USA warnen vor Biowaffen-Anschlägen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802342,00.html)
Hat der Spiegel über den Ausgang der damaligen Anthrax-Geschichte in den USA berichtet? Was ist daraus geworden? Damals hiess es doch auch es wäre eine Art von Biowaffen-Terror. Wer stand da wirkllich dahinter?
4. ...
atzlan 07.12.2011
Zitat von kinich_janaabHat der Spiegel über den Ausgang der damaligen Anthrax-Geschichte in den USA berichtet? Was ist daraus geworden? Damals hiess es doch auch es wäre eine Art von Biowaffen-Terror. Wer stand da wirkllich dahinter?
Der Spiegel berichtete: "Neue Spuren im Anthrax-Fall" DER SPIEGEL*42/2011 - Neue Spuren im Anthrax-Fall (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-81015447.html) Eine wissenschaftliche Studie kam zu dem Ergebnis, dass der vom FBI beschuldigte Mikrobiologe im Dienst der US-Armee entweder nicht schuldig oder entgegen den Behauptungen des FBI kein Einzeltäter gewesen sein kann. Das FBI möchte trotzdem nicht weiter bzw. neu ermitteln. Und die US-Außenministerin warnt andere Staaten tatsächlich, besser auf ihre Biowaffenforschungslabore aufzupassen...
5.
teenriot 07.12.2011
"Es ist eine beunruhigende Nachricht" Nein ist es nicht. Da bringt es auch nix mehr mich vor lesen des Artikels einzustimmen. Das Wetter von morgen interessiert mich mehr als diese niemals endende Angst-Kampagne. Das meine ich zu 100% ernst. Der Notruf würde mich auch auslachen wenn ich nach dem 1000 Anruf behaupte das es dieses mal aber ernst ist. In diesem Sinne: Die Welt geht morgen unter - HA HA, Gähn Nachrichten sind auch nicht mehr das was sie mal waren.
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