Bericht der US-Regierung Zahl der Terrorakte weltweit gesunken - die Gefahr bleibt

Weniger Anschläge, weniger Tote, aber gleichbleibende Bedrohung: Die USA haben ihre jährliche Statistik über den weltweiten Terror veröffentlicht. Die Ergebnisse im Überblick.

Irakische Anti-IS-Kämpfer beim Siegesjubel
REUTERS

Irakische Anti-IS-Kämpfer beim Siegesjubel


Nach Angaben der amerikanischen Regierung hat es im vergangenen Jahr weltweit 11.774 Terrorattacken gegeben - und damit 13 Prozent weniger als noch im Jahr 2014. Auch die Zahl der Menschen, die bei solchen Anschlägen ums Leben gekommen sind, ist demnach im selben Zeitraum gesunken: um 14 Prozent auf 28.328, wie es in dem aktuellen Bericht heißt, den das US-Außenministerium nun veröffentlicht hat. Die Statistik wurde von der Universität Maryland erstellt.

Unter den Todesopfern sind demnach auch rund 7000 Attentäter. Zudem seien im vergangenen Jahr 35.320 Menschen bei Terroranschlägen verletzt und 12.189 als Geiseln genommen worden.

Aus diesen Zahlen ergeben sich folgende Durchschnittswerte für das Jahr 2015: Pro Monat gab es demnach weltweit 981 Terroranschläge mit 2361 Toten und 2943 Verletzten.

IS bleibt größte Bedrohung

Erstmals seit drei Jahren ist die Zahl der weltweit verübten Terrorakte wieder gesunken, heißt es in dem Bericht. Doch die Terrorgefahr bleibe nach wie vor hoch. Sie werde immer dezentraler und schwerer fassbar.

Die größte Gefahr gehe weiterhin von der Miliz "Islamischer Staat" (IS) aus - wenngleich sie den Höhepunkt ihrer militärischen Stärke im Irak und in Syrien überschritten habe. Der IS "hatte seit Mai 2015 keinen signifikanten Erfolg auf dem Schlachtfeld mehr zu verzeichnen", heißt es in der Mitteilung.

Auch die Vereinten Nationen schreiben in einem aktuellen Bericht von der anhaltend hohen Gefahr, die vom IS ausgehe. Demnach geht die Terrormiliz derzeit in eine neue Phase über, indem sie ihre Angriffe verstärkt gegen Bürger richte.

Weitere Punkte der US-Statistik im Überblick:

  • Allein aus Deutschland seien im vergangenen Jahr 750 Menschen ausgereist, um sich terroristischen Organisationen wie dem IS in Syrien und dem Irak anzuschließen: Rund 100 Personen seien gestorben, etwa 250 sind den Angaben zufolge inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt . Sie würden von den deutschen Behörden beobachtet.
  • In Deutschland sei die Zahl der unter Terrorverdacht Festgenommenen im Jahr 2015 deutlich gestiegen: Die Verdächtigen kämen aus dem Umfeld von al-Qaida und dem IS, aber auch von nationalistischen Kurdengruppen und aus dem rechtsradikalen Spektrum.
  • Die Zusammenarbeit von Deutschland und den USA bei der Terrorbekämpfung wird in dem Bericht als "exzellent" bezeichnet.
  • Im vergangenen Jahr habe es Terrorattacken in 92 Ländern gegeben.
  • 55 Prozent aller Attacken ereigneten sich laut US-Regierung in fünf Ländern: Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien und Nigeria.
  • 74 Prozent aller Menschen, die durch Terrorattacken ums Leben kamen, starben demnach in fünf Ländern: Irak, Afghanistan, Nigeria, Syrien und Pakistan.
  • Die Anzahl der IS-Attacken im Irak sei im Vergleich zu 2014 um 31 Prozent zurückgegangen; in Syrien jedoch um 39 Prozent gestiegen.

Hier finden Sie den kompletten US-Bericht zum Nachlesen.

aar/dpa/AP

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