Terrorpläne: Britisches Gericht spricht drei Männer schuldig

Sie sollen einen Terroranschlag geplant haben, bei dem viele Menschen durch Rucksackbomben sterben sollten - aber die Polizei kam ihnen auf die Spur: Ein Londoner Gericht hält die drei Männer aus Birmingham für schuldig. Ihnen drohen lange Haftstrafen.

London - Das Ziel der drei Männer war eine groß angelegte Terrorattacke mit islamistischem Hintergrund: Zu diesem Ergebnis ist jetzt ein Londoner Gericht gekommen. Die Männer im Alter zwischen 27 und 31 Jahren aus Birmingham seien die "zentralen Figuren" in einem Terrorplan, bei dem mit acht Rucksackbomben zahlreiche Menschenleben hätten ausgelöscht werden sollen, urteilte der Woolwich Crown Court.

Sie waren bereits im September 2011 festgenommen worden. Das Geld für die Vorbereitung der Anschläge sollen sie sich unter dem Vorwand, für gemeinnützige Einrichtungen zu sammeln, in den Straßen von Birmingham erbettelt haben. Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 war den Terroristen auf die Schliche gekommen und hatte sie wochenlang beobachtet. Als die Drei über den Zeitrahmen eines Attentats sprachen, schlugen die Ermittler zu.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den größten Terrorplan handelt, seit 2006 ein Vorhaben vereitelt wurde, Transatlantik-Flieger mit als Softdrinks getarnten Bomben in die Luft zu sprengen. Ein Strafmaß soll im April oder Mai verkündet werden. Das Gericht ging jedoch bereits am Donnerstag davon aus, dass es sich um "sehr lange" Freiheitsstrafen bis hin zu lebenslanger Haft handeln könnte.

Das Trio hatte in Birmingham einen Anschlag geplant, der in seinen Auswirkungen auch über das Maß der Bomben vom 7. Juli 2005 in London hinausgehen sollte - damals waren 52 Menschen in der U-Bahn und in einem Bus gestorben. Das Attentat, für das es laut Polizei noch keinen konkreten Ort gegeben hatte, sollte entweder zum 7. Juli oder zum Jahrestag der Attentate vom 11. September 2001 in den USA stattfinden. Dazu habe das Trio unter anderem bis zu acht Selbstmordattentäter anheuern wollen. Weitere Terroristen seien zur Ausbildung in pakistanische Trainingslager geschickt worden.

Terrorexperten gehen davon aus, dass die Pläne auch eine neue Strategie im Vorgehen bei al-Qaida zeigen. Die Terroristen würden in Terror-Camps in Pakistan ausgebildet - kehrten dann aber in ihre westliche Wahlheimat zurück und bauten dort ihre eigene Terrorzelle auf. Eine Rückkehr nach Pakistan und ständiger Kontakt dorthin seien inzwischen wegen der Drohnenangriffe auf die Terror-Camps in den Bergregionen dort zu risikoreich.

hen/dpa

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