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Terrorrisiko: Die Republik probt den Alarmzustand

Von , und Gil Yaron

Herrenlose Tüten, vergessene Koffer, seltsame Behälter: Die Terrorwarnung der Regierung verunsichert die Bürger und lässt die Zahl der Bombenalarme in die Höhe schnellen. Was können die Deutschen vom Umgang mit der Angst in anderen Ländern lernen?

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Anschlagsrisiko: Alltag Terroralarm
Berlin - An diesem Freitag geht es Schlag auf Schlag: Der erste Verdacht kommt aus dem sachsen-anhaltinischen Köthen. Dort sprengen Spezialisten des Landeskriminalamtes an einem Imbiss ein verdächtiges Paket. Kurz darauf Alarm am Hauptbahnhof in Hannover: Gleise werden gesperrt, ein Entschärfungskommando der Bundespolizei zerstört eine herrenlose Tüte.

In Berlin wird die Polizei zu einem Päckchen gerufen, das auf einem Briefkasten liegt. In Duisburg sorgt ein Koffer für Aufregung, der sich niemandem zuordnen lässt. Und am Düsseldorfer Hauptbahnhof räumt die Bundespolizei einen ICE - auch hier ist es ein Gepäckstück, das Verdacht erregt.

In allen Fällen hieß es wenig später: Entwarnung.

Terroralarm in Deutschland - seit die Regierung am Mittwoch öffentlich und sehr konkret auf drohende Anschläge hingewiesen hat, erlebt die Republik unruhige Tage. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte patrouillieren an Bahnhöfen, auf Flughäfen und an anderen neuralgischen Punkten.

Reagiert Deutschland übertrieben auf die Gefahr? Sind der Wirbel um die mysteriöse Bombenattrappe von Windhuk und die besorgten Anrufe von Bürgern wegen herrenloser, aber eben auch harmloser Pakete und Koffer ein Zeichen von Hysterie?

Die Bundespolizei in Düsseldorf lobte am Freitag das Verhalten der Zeugen: "Die Anti-Terror-Warnungen werden ernst genommen." Auch der Kriminalpsychologe Christian Lüdke rechnet nicht mit einer Überreaktion: "Ich glaube nicht, dass es Panikanfälle in der Bevölkerung gibt, die meisten werden genauso weitermachen, wie sie es geplant haben."

Dennoch rief Innenminister Thomas de Maizière die Menschen nach der Herbstkonferenz mit seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in Hamburg noch einmal zur Besonnenheit auf: "Die Verbreitung von Spekulationen hat selbst eine psychologische Wirkung."

Der Appell gilt wohl auch für die Politik. Denn auch dort wurde in den letzten beiden Tagen munter über mögliche Anschlagsziele oder "seltsam aussehende Menschen" fabuliert, die man doch bitteschön der Polizei als verdächtig melden möge. Es ist eine neue Situation: So hoch, so konkret war die Terrorgefahr in Deutschland noch nie. Und Politik und Bevölkerung müssen erst noch einen maßvollen Umgang damit finden.

In anderen Ländern ist man da schon weiter. Dort gehört ein von der Regierung ausgerufenes oder erfahrungsgemäß ganz reales Risiko zum Alltag. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie andere Staaten sich mit der Gefahr arrangiert haben:


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Forum - Ist Deutschland ausreichend vor Terror geschützt?
insgesamt 4767 Beiträge
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1.
boell 18.11.2010
Zitat von sysopDie Terrorwarnung von Innenminister de Maizière hat eine neue Sicherheitsdebatte ausgelöst. Ist der Terrorschutz in Deutschland ausreichend?
Der Terrorismus hat sein Ziel auf ganzer Linie erreicht: Selbstterorisierung spart eigene Kräfte, eine alte militärische Lehre.
2. "der Terrorist mit der Bombe unterm Arm" ist schon unterwegs
DerkurzeEugen, 18.11.2010
Und wer oder was ist Schuld daran ? Natürlich, wir alle, die wir uns gegen den Polizeistaat wehren, die wir z.B. die Vorratsdatenspeicherung verhindert haben. Uhl: "Ohne Vorratsdatenspeicherung können die Menschen nicht mehr geschützt werden. Das ist völlig undenkbar." Ich frage mich, wie es uns so lange ohne Vorratsdatenspeicherung gelungen ist, das Land vor den Terror-Bombern zu schützen !? Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall, lieber Herr Uhl und ich hoffe es bleibt - wie bisher - dabei, dass wir keine Daten auf Vorrat speichern UND keinen Terror im Lande haben.
3.
peter-bömmler 18.11.2010
Das sehe ich genauso ... de Maizière: ".. die Bürger sollen wachsam sein.." hä, worauf soll ich denn GENAU aufpassen ?
4.
plumperquatsch 18.11.2010
Sehr erfeulich ist aber, daß offensichtlich kaum noch einer der Foren Nutzer auf die gefakten "Terror" Warnungen hereinfällt. Betrüblich ist jedoch, die zunehmende Gleichschaltung der Medien. Alles wird gut...
5. Einladung an Terroristen aus dem Jemen
helmers 18.11.2010
Warum hat man schon wieder voreilig die Sperre des Flugverkehrs mit dem Jemen aufgehoben, diese Frage muss die Bundesregierung und die Kanzlerin beantworten, wenn dies hier in unserem Land für Sicherheit sorgen soll, dann ist dies hundert Prozent der falsche Schritt gewesen.
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