Terroristen am Stade de France Polizei veröffentlicht Foto eines Attentäters

Bei einem der drei Selbstmordattentäter vom Pariser Stade de France fand die Polizei einen syrischen Pass. Doch haben die Ermittler große Zweifel an der Echtheit des Dokuments. Per Twitter werden nun Zeugen gesucht, die den Mann kennen.

Fahndungsaufruf der französischen Polizei
AFP

Fahndungsaufruf der französischen Polizei


Drei Attentäter sprengten sich am Freitagabend vor dem Stade de France in Paris in die Luft. Bislang hat die französische Polizei lediglich einen der Männer identifizieren können. Auf der Suche nach Informationen zu den anderen beiden haben sich die Ermittler auf Twitter mit einem Foto an die Öffentlichkeit gewandt.

Bei der Person auf dem Bild soll es sich um den Attentäter handeln, bei dem am Freitag ein syrischer Pass gefunden worden war. Unklar ist bislang, ob es sich bei ihm wirklich um den Syrer handelt, auf dessen Identität das Dokument ausgestellt ist. Zeugen, die Angaben zu dem Mann machen können, wurden gebeten, die Polizei zu informieren.

Der Mann war am 3. Oktober auf der griechischen Insel Leros als Flüchtling registriert worden - das ergab der Abgleich seines Fingerabdrucks. Er hatte einen auf den Namen Ahmad Almohammad ausgestellten Pass bei sich. Allerdings gibt es große Zweifel an der Echtheit des Dokuments: Name, Geburtsdatum und Geburtsort stimmen Ermittlern zufolge mit denen eines syrischen Soldaten überein, der bereits vor Monaten getötet wurde.

Die Männer hatten sich am Freitagabend während des Freundschaftsspiels zwischen Frankreich und Deutschland vor dem Stadion in die Luft gesprengt. Bei dem bereits identifizierten Attentäter handelt es sich um einen 20 Jahre alten Franzosen. Laut dem französischen Radiosender Europe 1 würden die beiden anderen von den Gerichtsmedizinern auf "zwischen 15 und 18 Jahre geschätzt". Diese Angabe wurde jedoch noch nicht von zweiter Quelle bestätigt.

Frankreichs Staatssekretär für Sport hatte zuvor mitgeteilt, dass die Attentäter am Freitag ins Innere des Stadions eindringen wollten. "Aber sie konnten es nicht", sagte Thierry Braillard. Details nannte er nicht.

Der aktuelle Ermittlungsstand zu den Täter und Anschlägen von Paris

brk/dpa/AFP

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