Terrorverdächtige US-Regierung verteidigt Festnahmen im Ausland

Die Regierung der Vereinigten Staaten will nicht davon abrücken, Terrorverdächtige im Ausland festzunehmen und zu verhören "Manchmal passieren Fehler", räumte der Nationale Sicherheitsberater Stephen Hadley ein. Dann werde jedoch "aggressiv ermittelt".


Washington - Die Praxis der Festnahmen und Verhöre von Terrorverdächtigen im Ausland sei schon vor dem 11. September 2001 von der Vorgängerregierung unter Bill Clinton angewendet worden, sagte Hadley. Auch eine Reihe anderer Länder greife zu dieser Maßnahme. US-Agenten würden ausgebildet, aggressiv zu sein und die USA zu verteidigen. Zugleich lernten sie, sich an Verfassung und Gesetze zu halten, sagte Hadley.

"Manchmal passieren Fehler und Menschen gehen zu weit", räumte der Nationale Sicherheitsberater der US-Regierung ein. Dann würde "aggressiv ermittelt" und die Verantwortlichen bestraft. Der deutsche Staatsbürger Khaled al-Masri war vor rund zwei Jahren nach eigenen Angaben irrtümlich von der CIA festgenommen worden. Der gebürtige Libanese wurde in Mazedonien entführt und nach Afghanistan verschleppt. Dort wurde er nach eigenen Angaben fünf Monate lang festgehalten und als Terrorverdächtiger verhört. Schließlich sei er ohne Begründung in Albanien freigelassen worden.

Die "Washington Post" hatte am Sonntag unter Berufung auf US-Regierungsbeamte berichtet, im Mai 2004 habe der damalige US-Botschafter Daniel Coats den damaligen Bundesinnenminister Otto Schily über den Fall Masri informiert. Demnach hätte die Bundesregierung bereits lange vor der Aufdeckung durch Presseberichte von den geheimen Aktivitäten der CIA gewusst.



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