Mohammed-Karikaturen Dschihadisten brüsten sich mit Anschlag in Texas

Polizisten haben in Texas zwei Männer erschossen, die eine Ausstellung mit Mohammed-Karikaturen attackierten. Auf einer Internetseite prahlen Dschihadisten, für den Anschlag verantwortlich zu sein.

REUTERS

Die Polizei hat die Namen der beiden getöteten Angreifer von Garland, einem Vorort von Dallas, noch nicht veröffentlicht. Doch auf einem islamistischen Internetportal hieß es, zwei Sympathisanten des "Islamischen Staates" (IS) seien für die Attacke auf das Gemeindezentrum verantwortlich, in dem eine Ausstellung mit Mohammed-Karikaturen stattfand.

Das teilte das auf die Auswertung islamistischer Internetportale spezialisierte US-Unternehmen Site mit. "Zwei unserer Brüder" hätten das Feuer auf die Ausstellung in Texas eröffnet, schrieb demnach der Dschihadist Abu Hassain al-Britani, bei dem es sich laut Site um den Briten Junaid Hussain handelt, bei Twitter.

Wie die Stadtverwaltung von Garland mitteilte, waren zwei Männer mit einem Auto zum Curtis Culwell Center in den Vorort von Dallas gefahren, wo die Veranstaltung stattfand. Dort hätten sie das Feuer auf einen städtischen Sicherheitsbeamten eröffnet. Seine Verletzung sei nicht lebensgefährlich. Zunächst hatten örtliche Medien berichtet, bei dem Angriff sei ein Polizeibeamter am Bein verletzt worden. Polizisten erwiderten das Feuer und erschossen die Attentäter.

Das Veranstaltungszentrum sowie umliegende Geschäfte wurden evakuiert. Nach Angaben von Polizeisprecher Joe Harn waren zum Zeitpunkt des Anschlags 200 Menschen in dem Gebäude.

Sprengstoffexperten durchsuchen Fahrzeug der Täter

Die Polizei vermutete in dem Wagen der Angreifer Sprengsätze und schickte Sprengstoffspezialisten dorthin. Die Untersuchung des Fahrzeugs dauert angeblich mehrere Stunden.

Die Veranstaltung war von der islamfeindlichen Amerikanischen Initiative zur Verteidigung der Freiheit (AFDI) organisiert worden, sie fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. AFDI-Mitbegründerin Pamela Geller schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter: "Polizist angeschossen - zwei Verdächtige tot, warten auf Bombenexperten wegen möglicher Sprengsätze bei unserer Veranstaltung für Redefreiheit". Auf ihrer Website verurteilte Geller die Schüsse als "Krieg gegen freie Meinungsäußerung". "Werden wir uns diesen Monstern ergeben?" Die AFDI hatte 10.000 Dollar (8900 Euro) als Preis bei dem Karikaturenwettbewerb ausgelobt.

An der Veranstaltung hatte auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders teilgenommen. Er habe das Gebäude gerade verlassen, als es zu dem Angriff kam. Er sei "schockiert" über den Vorfall. "Das ist ein Angriff auf uns alle", twitterte Wilders. "Einzig passende Antwort ist: weitermachen. Aber einfach ist das so nicht."

Die Darstellung des islamischen Propheten Mohammed empfinden viele Muslime als beleidigend. Im Westen veröffentlichte Mohammed-Karikaturen hatten in der Vergangenheit immer wieder Protestwellen in islamischen Ländern ausgelöst.

Im Januar wurde in Paris ein islamistischer Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" verübt, die für ihre Mohammed-Karikaturen bekannt ist. Die beiden Attentäter töteten zwölf Menschen. Mitte Februar tötete ein 22-Jähriger in Kopenhagen bei einem Anschlag auf eine Diskussionsveranstaltung über Meinungsfreiheit und Islam sowie auf eine Synagoge zwei Menschen.

als/dpa/Reuters/AFP

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