Thailand Bombenserie in Bangkok - auch Touristen unter den Opfern

Thailands Hauptstadt Bangkok wird zum Jahresende von einer Attentatsserie erschüttert. Bei neun Bombenanschlägen wurden mindestens drei Menschen getötet und mehr als 30 verletzt. Unter den Opfern sind auch Touristen. Der Bürgermeister sagte die Silvesterfeierlichkeiten ab.


Bangkok - Am Abend kam es erneut zu zwei Anschlägen in der thailändischen Hauptstadt. Mindestens sieben Menschen wurden dabei verletzt , darunter sechs Ausländer. Die Bombe sei in einer Telefonzelle gegenüber einem Einkaufszentrum explodiert, sagte Polizei-Sprecher Vanlop Patummaung im thailändischen Fernsehen. Die Verletzten seien ins Polizeikrankenhaus gebracht worden.

An einer Bootsanlegestelle in der Nähe des Einkaufszentrums Central World Plaza explodierte dem Sprecher zufolge eine weitere Bombe. Ob es dabei ebenfalls Verletzte gab, war zunächst unklar. Es gibt auch noch keine Hinweise auf die Täter.

Sechs Stunden zuvor waren bei einer Serie von sechs koordinierten Anschlägen bereits zwei Menschen getötet worden. Ein dritter starb, wie später bekannt wurde, auf dem Weg ins Krankenhaus. Mindestens 26 Menschen wurden verletzt. Bürgermeister Apirak Kosayothin zeigte sich erschüttert und sagte die öffentlichen Silvesterfeiern der Stadt ab. Auf der Central World Plaza, wo sich bereits 5000 Menschen eingefunden hatten, sagte der Bürgermeister: "Ich bitte euch, jetzt nach Hause zu gehen."

Die Sprengsätze explodierten an unterschiedlichen Orten - in der Nähe einer Polizeiwache, bei einem Kaufhaus und in einem Elendsviertel. Zwei der Verletzten starben nach Angaben der Polizei nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus.

Auch in Chiang Mai im Norden des Landes hat man die offiziellen Veranstaltungen zum Jahreswechsel gestrichen. "Es ist das Risiko nicht wert", erklärte ein Polizeichef in Anspielung auf die Attentate in Bangkok.

Bislang hatten Extremisten ihre Anschläge auf den muslimischen Süden des Landes beschränkt, der seit langem durch Separatistenunruhen erschüttert wird. Seit Januar 2004 sollen dort 1700 Menschen bei Zusammenstößen, Bombenanschlägen und Rachemorden ums Leben gekommen sein.

Thailand befindet sich nach dem Militärputsch im vergangenen September auf dem schwierigen Weg zurück zu einer demokratischen Regierung. Das Militär setzte nach dem Putsch eine zivile Übergangsregierung ein. Wahlen sollen Ende 2007 stattfinden. Erst vor einem Monat wurde das seit dem Putsch gegen Ministerpräsident Thaksin Shinawatra geltende Kriegsrecht wieder aufgehoben.

dan/AP/dpa/Reuters



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