Proteste gegen Regierung Demonstranten in Thailand stürmen Finanzministerium

Die Proteste gegen Thailands Regierung eskalieren. Trotz starker Polizeipräsenz in Bangkok haben Demonstranten das Finanzministerium gestürmt. In den Straßen der Hauptstadt verlangen Zehntausende den Rücktritt von Ministerpräsidentin Shinawatra.


Bangkok - In Thailand haben Demonstranten am Montag das Finanzministerium gestürmt. Trotz starker Polizeipräsenz in der Stadt drangen nach Angaben von Reuters rund tausend Gegner von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra in das Gebäude ein.

Nach Angaben der Polizei zogen rund 30.000 Menschen durch die Hauptstadt Bangkok und skandierten "Raus mit euch!". Zuvor hatten am Sonntag bereits mehr als 90.000 Regierungsgegner an Protestmärschen teilgenommen und vor Regierungsgebäuden, Militärbasen und dem Sender des Staatsfernsehens demonstriert. Es ist die heftigste Protestwelle in Thailand seit den tödlichen Unruhen im Frühjahr 2010.

Protestanführer Suthep Thaugsuban forderte die Besetzer auf, das Ministerium auch über Nacht nicht zu verlassen. Der Protest müsse ausgeweitet werden: "Ich verlange auch von anderen Protestierenden, dass sie Regierungsgebäude und -büros besetzen", sagte Thaugsuban zu einer Menschenmenge, die sich vor dem Finanzministerium versammelt hatte.

Fotostrecke

8  Bilder
Thailand: Massenproteste gegen die Regierung
Nach dem Sturz von Yinglucks Bruder Thaksin Shinawatra im Jahr 2006 war Thailand von heftigen Unruhen erschüttert worden, an denen sowohl dessen Anhänger als auch seine Gegner, die der Monarchie nahestehen, beteiligt waren. Bei wochenlangen Protesten von Anhängern Thaksins gegen die damalige Regierung wurden im Frühjahr 2010 mehr als 90 Menschen getötet und etwa 1900 verletzt.

Thaksin Shinawatra lebt seit 2008 im Exil, um einer zweijährigen Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs zu entgehen. Einigen Parteimitgliedern zufolge zieht er von dort noch immer die Strippen in der Regierung. Ein Vorwurf, den die Schwester zurückweist.

Sie kritisierte die Besetzung des Finanzministeriums scharf und betonte, dass ihr Kabinett im Amt bleiben werde.

Die Opposition hat als Reaktion auf einen umstrittenen Amnestieplan der Regierung ihre Anhänger zu neuen Protesten mobilisiert. Sie fürchtete, dass die Amnestie auch dem im Exil lebenden Thaksin zugutekommen und dieser nach Thailand zurückkehren könnte. Zwar wurde das Gesetz vom Senat kürzlich abgewiesen, doch dauern die Proteste an.

ade/Reuters/AP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
forumgehts? 25.11.2013
1. Von
Zitat von sysopDPADie Proteste gegen Thailands Regierung eskalieren. Trotz starker Polizeipräsenz in Bangkok haben Demonstranten das Finanzministerium gestürmt. In den Straßen der Hauptstadt verlangen Zehntausende den Rücktritt von Ministerpräsidentin Shinawatra. http://www.spiegel.de/politik/ausland/thailand-demonstranten-in-bangkok-stuermen-finanzministerium-a-935426.html
Thailand lernen heisst Steuern senken lernen!
berpoc 25.11.2013
2. vorbildhaft in a way
Zitat von sysopDPADie Proteste gegen Thailands Regierung eskalieren. Trotz starker Polizeipräsenz in Bangkok haben Demonstranten das Finanzministerium gestürmt. In den Straßen der Hauptstadt verlangen Zehntausende den Rücktritt von Ministerpräsidentin Shinawatra. http://www.spiegel.de/politik/ausland/thailand-demonstranten-in-bangkok-stuermen-finanzministerium-a-935426.html
Und wieder einmal macht man uns vor, was hierzulande auch angesagt wäre. Eigentlich...
bleichgesicht 25.11.2013
3. Gelbe Faschisten
Mal sehen, wie es weitergehen wird. Freie Wahlen haben die Undemokraten ja noch nie gewonnen. Ergo müssen sie es wieder mit einem Putsch probieren. Diesmal jedoch würden sie das Land in einen Bürgerkrieg stürzen. Aber genau das wollen sie, wahrscheinlich.
sloeffert 25.11.2013
4. Das ist nur die halbe Wahrheit
Thailand: Demonstranten in Bangkok stürmen Finanzministerium - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/thailand-demonstranten-in-bangkok-stuermen-finanzministerium-a-935426.html)[/QUOTE] Dieser Artikel ist nicht unwahr, läßt aber die wesentlichen Umstände außer acht. Wenn man einmal vereinfachend die beiden beteiligten Parteien rot (Taksin) und gelb (Abhisit) nennt, dann fehlen folgende Tatsachen: Taksin wurde zwei mal demokratisch (mit allen Einschränkungen) gewählt und bei der zweiten Wahl vom König und der Straße (gelb) nicht als Ministerpräsident akzeptiert. Die roten Folgeregierungen wurden von der Straße (gelb) vertrieben, bzw. nach dem Militärputsch und dem Stimmenkauf von roten Abgeordneten durch Abhisit, aus dem Amt gejagt. Abhisit war kein vom Volk (indirekt) gewählter Ministerpräsident. Die Straße (rot) erzwang dann Neuwahlen, bei denen Rot als Sieger hervorging. Die Straße (gelb) versucht nun zum zweiten mal eine demokratisch (wieder mit allen Einschränkungen) gewählte Regierung abzusetzen. Bei den Protesten durch die Gelben kamen hauptsächlich Gegner zu Schaden (das ist meine Meinung). Bei den Protesten durch die Roten kamen hauptsächlich die eigenen Leute zu Schaden (das ist meine Meinung). Ich habe hiermit ausdrücklich keine Wertung der Politik oder der Korruptkeit der einen oder anderen Seite getroffen. In Thailand geht es nie um Demokratie, sondern immer nur um die Fleischtöpfe!
08/15-1 25.11.2013
5. Antwort gelbe Faschisten
Wie sollen freie Wahlen gewonnen werden, wenn 50% der Stimmen durch den Thaksin Clans gekauft wurden? Über seine Position hat er mit dubiosen Geschäften und Handaufhalten ein illegales Vermögen gemacht, um dann korrupte Gouverneure in Ostthailand zu schmieren und dem Landvolk ein paar Baht zu bescheren.Tolle Demokratievorstellung der Thaksin-Verbrecher. Der Spalt in derRegierun sitzt tiefer. Bleichgesicht hat wohl ein Bargirl aus Isaan geheiratet und ist jetzt der Thailand-Kenner!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.