Thailand: Drei Explosionen erschüttern Bangkok
In der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind drei Sprengsätze detoniert. Fünf Menschen wurden verletzt. Einem aus Iran stammenden Mann wurden die Beine weggerissen. Der Mann hatte selbst die Bombe geworfen. Israel macht Teheran für den Anschlag verantwortlich.
Bangkok - In der thailändischen Hauptstadt hat es am Dienstag drei Explosionen gegeben. Dabei erlitt ein aus Iran stammender Mann schwere Verletzungen. Er hatte selbst die Bombe geworfen, die ihm beide Beine abriss, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.
Zunächst ereignete sich eine Explosion in einem Haus in einem Wohngebiet im Osten von Bangkok. Als die Beamten dort eintrafen, sahen sie nach Angaben der Nachrichtenagentur AP drei aus dem Haus fliehende Männer. Einer von ihnen schleuderte einen Sprengsatz auf ein Taxi, das nicht anhalten wollte. Danach versuchte der Mann mit einer anderen Bombe die Polizisten zu treffen und löste eine dritte Explosion aus, bei der ihm selbst die Beine abgerissen wurden.
"Bei dem Verletzten wurde ein iranischer Personalausweis gefunden", sagte der Vizechef der Polizei von Bangkok, Pisit Pisuthisak. Die Beamten fanden im Haus einen weiteren Sprengsatz und entschärften ihn. Der Schwerverletzte wurde in einem Krankenhaus behandelt. Nach den beiden anderen Verdächtigen wird gefahndet. Die Motive der Verdächtigen waren zunächst unklar. Vier weitere Menschen sollen verletzt worden sein.
Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra rief die Bevölkerung auf, "nicht zu früh Schlussfolgerungen zu ziehen" und zunächst die Ermittlungsergebnisse abzuwarten. "Die Bevölkerung hat keinen Anlass zur Panik, weil der Verantwortliche festgenommen wurde."
Die USA hatten im Januar vor möglichen Anschlägen auf Touristenviertel in Bangkok gewarnt. Ob der Vorfall vom Dienstag damit im Zusammenhang stand, war zunächst unklar. Seit einigen Wochen herrschen in Bangkok verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, etwa in dem bei Rucksacktouristen beliebten Viertel um die Khao San Road.
Israel kündigt Vergeltung an
Die thailändische Polizei hatte im Januar einen Libanesen beschuldigt, einen Bombenanschlag in Thailand geplant zu haben. Zuvor waren in einem Haus entsprechende Chemikalien gefunden worden. Die Behörden warfen dem Libanesen Verbindungen zu der von Syrien und Iran unterstützten Hisbollah vor.
Am Montag war bei einem Attentat in Neu Delhi eine israelische Diplomatin schwer verletzt worden. Israel warf Iran vor, hinter der Tat zu stecken.
Auch jetzt hat Israel Iran für die Anschläge in Bangkok verantwortlich gemacht. Die Explosion in Thailand beweise einmal mehr, dass Iran und seine Handlanger sich weiter dem Terror verschrieben hätten, sagte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Dienstag. Die israelische Polizei wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Barak hatte sich am Sonntag in Bangkok aufgehalten.
Der israelische Minister für Öffentliche Sicherheit, Jizchak Aharonowitsch, nannte Iran zwar nicht explizit, signalisierte jedoch deutlich, dass sein Land Vergeltung üben wolle. "Wir wissen, wer die Terroranschläge verübt habt, wir wissen, wer sie (die Täter) geschickt hat, und Israel wird die Rechnung mit ihnen begleichen", sagte Aharonowitsch im israelischen Rundfunk.
heb/lgr/AFP/AP/Reuters/dpa
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- Dienstag, 14.02.2012 – 11:13 Uhr
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