Thailand Erneut schwere Misshandlung beim Militär

Eine Welle der Empörung hat ein erneuter Fall von Misshandlung beim thailändischen Militär ausgelöst. Ein Offizier soll einen Soldaten gequält haben - weil er in einer Pause geraucht hatte.


Ein Video über die Misshandlung eines Soldaten durch seinen Ausbildungsoffizier hat in Thailand einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. "Mein Sohn ist ein menschliches Wesen und verdient es, mit Würde behandelt zu werden", sagte der Vater des Opfers Lokalreportern am Samstag. Das Video wurde in sozialen Medien tausendfach geteilt.

In diesem Jahr sind schon zwei Soldaten nach Misshandlungen ums Leben gekommen. In dem beliebten Ferienland ist das Militär seit einem Putsch 2014 an der Macht. "Die Geheimhaltung im Militär macht es schwer, solche Fälle zu untersuchen", monierte Angkana Neelapaijit, Mitglied der Menschenrechtskommission. Eine Frau, die eine Ermittlungen im Fall ihres Onkels forderte, der nach Misshandlungen beim Militär 2011 umkam, ist wegen übler Nachrede angeklagt worden.

Auf dem Video ist ein Offizier zu sehen, der den am Boden knieenden Soldaten mit einem Stock schlägt und mit Füßen gegen den Kopf tritt. Umstehende schauen zu. Das Opfer fällt und kann sich kaum wieder aufrichten. Nach Medienrichten handelt es sich um einen 21 Jahre alten Soldaten, der illegalerweise in einer Trainingspause geraucht hatte. Das Militär hat Disziplinarmaßnahmen gegen den Ausbildungsoffizier angekündigt.

Im April starb ein 23 Jahre alter Soldat nach Prügel durch seinen Vorgesetzten, weil er in eine Schlägerei verwickelt war. Ein 21-Jähriger starb durch einen Hitzschlag, weil er als Strafmaßnahme stundenlang unter sengender Hitze stehen musste.

Seit dem Militärputsch haben Misshandlungen in Thailand zugenommen, berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Sie hatte dem Militärregime im September eine "Kultur der Folter" vorgeworfen.

cpa/dpa

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